Aus für Tschirganttunnel scheidet in Imst die Geister

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Das Thema Tschirganttunnel bleibt in Imst ein Streitthema.
© Stadt Imst

Imst – Das erneute Aus für den Tschirganttunnel seitens Asfinag und Verkehrsministerium ruft Gegner wie Befürworter auf den Plan. Wie berichtet, kritisiert etwa der Imster Stadtchef Stefan Weirather, der sich mit den belasteten Gemeinden Tarrenz und Obsteig solidarisch zeigt, dass es nach der Absage keinen Plan B gibt.

Das stößt Fritz Gurgiser vom Transitforum sauer auf: „Ja, die Menschen verlieren Vertrauen in die Politik – vor allem in eine Politik, die ihnen seit mehr als 30 Jahren einen Tunnel ,vorgaukelt‘, der real das Verkehrsproblem an der gesamten Strecke von Vils bis Ötztal-Bahnhof oder bis ins Pitztal nicht verbessert, sondern verschlechtert.“ Auf Vorschläge habe Weirather bislang nicht reagiert.

Dagegen unterstützt der Imster WK-Bezirksobmann Josef Huber die Ansicht Weirathers. Er setzt sich ebenfalls für beide Tunnels (Fernpass und Tschirgant) ein.

Der grüne Parlamentarier Hermann Weratschnig warnt hingegen vor einem Wachstum beim europäischen Schwerverkehr um 40 Prozent bis zum Jahr 2040. Ein millionenschwerer Tschirganttunnel mit geforderter Lkw-Bremse am Fernpass sei für die Asfinag nicht vorstellbar und auch für Weratschnig daher „denkunmöglich“.

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„Eine Umfahrung für Tarrenz ist nicht möglich“, meldet sich der Tarrenzer Bürgermeister Stefan Rueland zu Wort. Seine Gemeinde werde seit vielen Jahren vertröstet. „Wir haben weniger Probleme mit dem Lkw – bei uns sind es die Pkw.“

Der Imster Anrainer-Sprecher und SP-GR-Kandidat Michael Pauli moniert hingegen wiederum die Verlagerung des Problems auf andere Gemeinden sowie den Lärmschutz. Dem hält der Imster Stadtchef entgegen, dass man hier durchaus mit dem 60er auf der Umfahrung reagiert habe. (pascal)


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