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2021 gab es außergewöhnlich viele relativ starke Erdbeben

Niederösterreich nahm mit 35 gefühlten Beben den ersten Platz unter den Bundesländern ein. In Tirol ereigneten sich 15 spürbare Beben.

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Das Erdbeben im Raum Neunkirchen am 30. März war laut ZAMG das stärkste in den vergangenen 20 Jahren im Wiener Becken. Die Magnitude wurde letztlich mit 4,6 angegeben. Im Bild: In Wiener Neustadt stürzten in der Tiefgarage einer Wohnhausanlage Teile der Decke ein.
© APA/FF WR. NEUSTADT

Wien – Das Jahr 2021 hat in Österreich relativ viele starke Erdbeben gebracht, darunter vier mit einer Magnitude 4,0 oder mehr. Das geht aus der Erdbebenstatistik des Jahres hervor, welche die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Donnerstag veröffentlicht hat. Insgesamt wurden heuer mehr als 1600 Erdbeben in Österreich registriert, rund 12.600 weltweit. 95 der österreichischen Beben waren hierzulande auch spürbar.

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Insgesamt konnten die Österreicher 106 Beben auch wahrnehmen: Zu den 95 österreichischen kamen elf, die ihr Epizentrum jenseits der Landesgrenzen hatten, aber hierzulande spürbar waren. Der Durchschnitt an verspürten Beben lag seit 2000 übrigens mit 51 bei nicht einmal der Hälfte des heurigen Wertes.

Ein absolutes Ausnahmeereignis

Besonders häufig bebte es im Jahr 2021 in Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Ein kräftiges Erdbeben im Raum Admont (Steiermark) und zwei Beben bei Neunkirchen (Niederösterreich) waren die stärksten des Jahres und verursachten viele leichte bis mäßige Schäden wie Mauerrisse an Gebäuden.

Vier Beben mit einer Magnitude von 4,0 oder größer war ein absolutes Ausnahmeereignis und seit 1970 nie zuvor registriert. Drei Beben pro Jahr mit einer solchen Magnitude kommen laut ZAMG hingegen immer wieder vor, zuletzt im Jahr 2013, und davor in den Jahren 1972, 1973, 1984, 1989, 1996. Statistisch gesehen tritt in Österreich etwa ein Mal pro Jahr eine Magnitude 4,0 oder größer auf.

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Die Rekordzahl bedeutet aber keinen Trend zu mehr Erdbeben in Österreich. "Die tektonische Aktivität unterliegt natürlichen Schwankungen. Perioden mit höherem Erdbebenaufkommen wechseln sich mit ruhigeren Zeiträumen ab", erläuterte Helmut Hausmann, Seismologe an der ZAMG. "Im vergangenen Jahr ereigneten sich einige stärkere Erdbeben, die durch die veränderten Spannungsverhältnisse im Untergrund zahlreiche Nachbeben verursachten. Etwa ein Drittel der in Österreich spürbaren Erdbeben waren Nachbeben von starken Ereignissen wie zum Beispiel bei Neunkirchen und Gloggnitz, im Raum Admont sowie aus Kroatien."

15 spürbare Beben in Tirol

Im Jahr 2021 nahm Niederösterreich mit 35 gefühlten Beben den ersten Platz unter den Bundesländern ein. Ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt lag die seismische Aktivität in der Steiermark mit 23 und in Kärnten mit 15 fühlbaren Erdbeben. Auch in Tirol ereigneten sich 15 spürbare Beben, in Oberösterreich drei, in Vorarlberg zwei und in Salzburg und im Burgenland je eines.

Aus dem Ausland wurden im Jahr 2021 elf Beben in Österreich wahrgenommen. Davon waren fünf aus Kroatien, jeweils zwei aus Ungarn und Italien und je eines aus Deutschland und Slowenien.

Aufgrund mehrerer kräftiger Ereignisse und der insgesamt hohen Zahl an fühlbaren Erdbeben erreichte auch die Anzahl der Erdbebenmeldungen aus der Bevölkerung einen neuen Rekordwert. Über das Online-Wahrnehmungsformular der ZAMG auf der Website und über die App "QuakeWatch Austria" langten 2021 mehr als 34.000 Wahrnehmungsberichte beim Erdbebendienst der ZAMG ein. Etwa 23.000 Meldungen konnten zwei stark verspürten Beben bei Neunkirchen zugeordnet werden. (APA)


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