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Alter Bahnhof in Schwaz wird Zuhause für Menschen in finanzieller Not

Im aufgelassenen Schwazer Bahnhofsgebäude sorgt das Projekt schranken-los für viel Leben. Nun soll dort auch Wohnraum Platz finden.

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Im Obergeschoß des alten Bahnhofsgebäudes in Schwaz soll neuer Wohnraum entstehen.
© Fankhauser

Von Eva-Maria Fankhauser

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Schwaz – Seit Jahren stehen die zwei Wohnungen im Obergeschoß des alten Bahnhofsgebäudes in Schwaz leer. Das soll sich heuer aber ändern. Der Gemeinderat beschloss einstimmig in der jüngsten Sitzung, dass man die Wohnungen von der Eigentümerin ÖBB anmietet. „Damit dort Wohnraum für sozial schwache Menschen entstehen kann“, erklärte BM Hans Lintner.

Der Vertragsentwurf mit den ÖBB wurde bereits ausverhandelt. Nächste Woche soll der Stadtrat unterzeichnen. „Damit wir das Projekt noch heuer umsetzen können“, sagt BM Lintner. Das Besondere daran ist: Laut Lintner konnte ein „besonders guter“ Mietpreis verhandelt werden. Die Stadtgemeinde will die zwei großzügigen 3-Zimmer-Wohnungen selbst sanieren und muss daher für die Miete nur 100 Euro plus anfallende Betriebskosten pro Wohnung bezahlen.

Die Betreuung und Vergabe der Wohnflächen übernimmt der Schwazer Verein für Sozialprojekte. Obmann Hannes Wanitschek und sein Team waren sofort begeistert von der Idee. „Nun müssen wir die Details klären und ein Konzept auf die Beine stellen. Wir sind sehr zuversichtlich und glauben, dass man das sehr gut mit dem Projekt schranken-los im Erdgeschoß des Bahnhofes verknüpfen und man Synergien nutzen kann“, sagt Wanitschek. Die Chancen und Möglichkeiten seien groß.

Im Erdgeschoß des aufgelassenen Bahnhofsgebäudes wurde 2009 das Sozial- und Kulturprojekt schranken-los gestartet. Mit einem Jugendwarteraum samt WLAN, Kiosk, einer Ansprechperson für Sorgen und Probleme sowie diversen Veranstaltungen hauchte man dem Haus wieder Leben ein. Ein Projekt, das landesweit einzigartig ist und gut angenommen wird.

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Nun soll auch das Obergeschoß des markanten Gebäudes in der Schwazer Bahnhofstraße wieder bewohnt werden. Ob daraus zwei Familienwohnungen oder WGs werden, sei noch unklar, verrät Wanitschek. Man sei dabei, den Bedarf zu erheben, zu schauen, wo es brennt und wer dringend Unterstützung braucht. Die Höhe der Miete sei dann laut Lintner von der aktuellen Situation der Betroffenen abhängig. „Das wickelt der Verein über die Teestube ab. Sie wissen genau, wer dringenden Wohnungsbedarf hat“, sagt Lintner und erklärt weiter: „Wir zahlen auf jeden Fall die 100 Euro Miete pro Wohneinheit. Was die Teestube dann den jeweiligen Bewohnern verrechnet, das überlassen wir komplett ihnen. Sie kennen die Leute und wissen um deren Situation.“

Das Sozialprojekt ist laut Stadtchef ein wichtiges Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts in diesen schwierigen Zeiten. Er hofft, dass man in den nächsten Monaten mit der Planung gut vorankommt und die Wohnungen schnellstmöglich bezugsfertig gemacht werden können.


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