Innsbruck

Neujahrskonzert von InnStrumenti: Große Gefühle im Viererpack

Keine Frage: Es waren Superkräfte, mit welchen Meister Gerhard Sammer seine InnStrumenti durch die Partituren führte.
© Hauser

Die Mischung aus Musik, Tanz, Akrobatik und Wortwitz machten das Neujahrskonzert von InnStrumenti zum Erlebnis.

Von Markus Hauser

Innsbruck – Wahre Musikfreunde scheuen offensichtlich keinen Aufwand, um in den Genuss eines Livekonzerts zu kommen. 2 G plus hieß es gestern Vormittag für das Neujahrskonzert des Kammerorchesters InnStrumenti unter der Leitung von Gerhard Sammer im Congress Innsbruck. Der Saal Tirol wäre ausverkauft gewesen, doch es hieß, die Besucherzahl auf 1000 Zuhörer zu beschränken. Schade für all jene, die keine Eintrittskarte ergattern konnten. Denn InnStrumenti garantieren neben musikalischem Anspruch auch programmatische Vielfalt und beste Unterhaltung. Musik trifft Gesang, trifft Tanz, trifft Akrobatik, trifft kabarettistische Moderation – wirkt sozusagen animierend für Herz, Seele, Bauch und Geist.

Mit Paul Linckes Grigri-Ouvertüre so etwas wie Berliner Luft geschnuppert, mit Johann Strauss’ „Accelerationen op. 234“ den Puls beschleunigt, waren auch schon die grauen Zellen gefordert, denn es ging ans traditionelle Jahresregenten-Rätsel. Heinrich Schütz, Iannis Xenakis, César Franck und Elmer Bernstein galt es zuzuordnen. Nach „Ungarischer Tanz Nr. 21“ von Johannes Brahms, Stevie Wonders „Sir Duke“, Carole Kings „A Natural Woman“ und Julius Fucˇíks „Herzegowina-Marsch op. 235“ ging es in die Pause. Müßig zu erwähnen, dass bei den mit größter Akkuratesse und überschäumendem Esprit interpretierten Werken die Zeit verflog wie im Nu. Unbedingt zu erwähnen aber ist die wunderbare Stimme der Südtiroler Jazzsängerin Marion Feichter: ausdrucksstark mit wunderbarem Timbre.

Teil zwei und auch alles andere als fad. Bedrich Smetanas „Die verkaufte Braut“, so interpretiert kauft sie jeder, und nach Jean Sibelius’ von Konzertmeisterin Agnieszka Kulowska bravourös gemeisterter „Humoresque V“ wird Samba getanzt. Das machen The Dance Experience unter Amy Pedevilla zu Jorge Bens „Mas Que Nada“ mit Schwung und Eleganz. Nach ein paar Tränchen, oh wie herzzerreißend schön, zu „Don’t cry for me Argentina“ von Andrew L. Webber werden die Pferde gesattelt und mit Strauss’schem „Cachucha-Galopp op. 97“ an die schöne blaue Donau galoppiert, über der Akrobat Danilo Marder, die Schwerkraft außer Kraft gesetzt, zu schweben scheint.

Stefan Abermann führt einmal mehr politisch überkorrekt durch das Programm und gönnt unter anderem Kasperl Basti einen Kurz-Auftritt. Herzlich gelacht! Herz, was willst du mehr? Zugaben mit finalem Radetzky-Marsch! Ordentlich Corona-Partikelchen zerklatscht und zerstampft, das Maß hellster Freude war erreicht. Prosit 2022!

🎫 Zusätzlicher Termin: Heute Abend, 20 Uhr in Ischgl.

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