Gipfelstürmer Nagelsmann trotzt Bayerns Corona-Not: „Bin keiner, der rumheult“

Nach neun Corona-Fällen muss FCB-Coach Nagelsmann heute Lösungen gegen Gladbach finden. Rückkehrer Kimmich ist sofort voll gefordert.

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Das Trainer-Duell Julian Nagelsmann (links) gegen Adi Hütter steht ganz im Zeichen der Corona-Ausfälle.
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München – Beim Tourengehen im Neuschnee lenkte sich Julian Nagelsmann wenigstens mal kurzzeitig vom Münchner Corona-Wahnsinn ab. Der Trainer des Bundesliga-Herbstmeisters steht heute (20.30 Uhr/Sat.1/Puls 24) vor der kniffligsten Aufgabe in seiner Zeit beim FC Bayern. „Es ist, wie es ist. Wir müssen aus der Situation das Beste machen – sollten wir spielen ...“, sagte er zum Rückrundenstart gegen Borussia Mönchengladbach. Und: „Ich bin keiner, der rumheult.“

Nagelsmann stellt sich angesichts des Pandemie-Regelwerks der deutschen Bundesliga auf eine Austragung des Geisterspiels in der Allianz Arena ein. Und wenn erst der Anpfiff ertönt, will er mit kreativen Lösungen und Ideen dafür sorgen, dass der weit enteilte Tabellenführer auch mit einem arg dezimierten Star-Ensemble einen Sieg bejubeln kann. „Aus Trainersicht ist das trotzdem total reizvoll. Spieler spielen auf Positionen, auf denen sie nicht ausgebildet sind.“

Bayerns Notkader macht sich heiß für eine Extremsituation in zwei Pandemiejahren. Nach neun Positivtests von Malediven-Urlauber Manuel Neuer bis zum Turbo-Kicker Alphonso Davies sowie weiteren Ausfällen etwa von Leon Goretzka (Knieprobleme) stößt aber selbst der Münchner Luxuskader an Grenzen.

Eine siegfähige Elf wird Nagelsmann immer noch auf den Platz schicken können. Sven Ulreich ersetzt Kapitän Neuer im Tor. Vor dem 33-Jährigen werden Pavard, Süle, Roca, Kimmich, Sabitzer, Gnabry, Müller, Tillman, Musiala und Lewandowski auflaufen. „Wir haben noch eine erste Elf, die mit vielen Weltklassespielern bestückt ist“, kommentierte Nagelsmann. Ähnlich urteilte Gladbachs Coach Adi Hütter: „Bayern München hat immer noch eine schlagkräftige Mannschaft.“ Besonders in der Offensive – hinten lauert das Risiko.

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Trotzdem hatten die Bayern bei der Deutschen Fußball-Liga für eine Spielverlegung geworben. „Wir haben die Situation mit der DFL diskutiert“, bestätigte Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Für Nagelsmann ist das Corona-Regelwerk in manchen Punkten fragwürdig, weil zu den 16 notwendigen Akteuren auch gesperrte oder verletzte gezählt werden. Er sorgt sich mehr um die Gesundheit der Spieler.

Abwehrhüne Niklas Süle muss trotz Rückenschmerzen ran. Marcel Sabitzer kommt aus einer Verletzung. Und Nationalspieler Joshua Kimmich muss nach neun Wochen Corona-Zwangspause, einer Impfdebatte und Lungenproblemen infolge einer Covid-19-Erkrankung beim Comeback gleich einen 90-Minuten-Kaltstart bewältigen. Auf der Bank werden nur Vertragsamateure sitzen – und sogar zwei 16-Jährige.

Hütter möchte von Platz 14 „eine Aufholjagd starten“. Obwohl die Borussia ist ja auch nicht frei von Ausfällen – auch wegen Corona. Denis Zakaria, Joe Scally, Mamadou Doucouré und Keanan Bennetts hatten sich mit dem Virus infiziert. Ramy Bensebaini ist beim Afrika-Cup. Und DFB-Nationalspieler Jonas Hofmann fällt auch noch verletzt aus. (dpa, w.m.)


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