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Brand mit zwölf Toten: Fünfjähriger zündelte womöglich an Weihnachtsbaum

Ein Hausbrand in der US-Metropole Philadelphia kostet zwölf Menschen das Leben, darunter acht Kinder. Es ist einer der schlimmsten Brände der jüngeren Vergangenheit. Die Rauchmelder funktionieren nicht, obwohl sie erst vor einem guten halben Jahr getestet wurden. Jetzt gibt es einen ersten Hinweis auf die Brandursache.

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In dem betroffenen Haus in Philadelphia sollen alle vier Rauchmelder versagt haben.
© ED JONES

Philadelphia – Nach dem schweren Hausbrand mit zwölf Toten in der US-Ostküstenstadt Philadelphia gibt es einem Medienbericht zufolge Hinweise auf die Brandursache. Ein fünfjähriger Bub, der das Inferno überlebte, sagte dem Philadelphia Inquirer zufolge zur Polizei, er habe das Feuer ausgelöst, weil er mit einem Feuerzeug gespielt und den Weihnachtsbaum angezündet habe. Bei dem Brand in dem Wohnhaus im US-Bundesstaat Pennsylvania am Mittwoch kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, darunter acht Kinder.

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Das Feuer war im zweiten Stockwerk eines dreigeschossigen Reihenhauses im Stadtteil Fairmount der Metropole Philadelphia ausgebrochen.

Nach Angaben von Philadelphias Bürgermeister Jim Kenney handelte es sich um einen Bau mit Sozialwohnungen. Nach ihrem Eintreffen suchten die Einsatzkräfte demnach im gesamten Gebäude nach Opfern, während sie bei starkem Rauch und Hitze gegen die Flammen kämpften. Die Feuerwehrleute hätten ein Kind aus dem Gebäude retten können, das jedoch nicht überlebte, hieß es weiter. Der Brand sei nach rund 50 Minuten weitgehend unter Kontrolle gewesen.

„Es war furchtbar"

„Dies ist zweifellos einer der tragischsten Tage in der Geschichte unserer Stadt, der Verlust so vieler Menschen auf so tragische Weise", sagte Kenney vor Journalisten. „Es war furchtbar", sagte der stellvertretende Feuerwehrchef von Philadelphia, Craig Murphy. Es sei „einer der schlimmste Brände", den er in seinen 35 Jahren als Feuerwehrmann erlebt habe. Die Zahl der Todesopfer könne noch steigen, sagte er.

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Insgesamt sollen laut Murphy 26 Menschen in dem ausgebrannten Haus gelebt haben, davon acht im Erdgeschoss und 18 weitere auf das erste und zweite Obergeschoss verteilt. Laut Craig gab es in dem Gebäude vier Rauchmelder – allerdings sei keiner von ihnen in Betrieb gewesen.

Das Gebäude im für seine Museen bekannten Stadtteil Fairmont gehört der staatlichen Wohnungsgesellschaft Philadelphia Housing Authority (PHA). Deren Chef Kelvin Jeremiah erklärte in einer Mitteilung, die Brandmelder seien zuletzt im Mai 2021 geprüft worden und hätten zu diesem Zeitpunkt „ordnungsgemäß funktioniert". Der „unvorstellbare Verlust" von Menschenleben in einem Haus der PHA habe die Wohnungsgesellschaft erschüttert, betonte er.

„Eine Tragödie fürs Viertel"

Schockiert von dem Brand zeigten sich auch Nachbarn der Opfer. Der im selben Viertel lebende Bill Richards sagte der Zeitung The Inquirer, er habe kurz vor 7 Uhr am Mittwochmorgen (Ortszeit) die Schreie einer Frau gehört. „Oh mein Gott, oh mein Gott", habe die Frau gerufen, sagte Richards. „Es ist absolut erschütternd und verstörend." Der in einer nahegelegenen Kirche wirkende Priester Ruslan Boroviy kündigte eine Trauerfeier für die Opfer des Brandes an. „Es ist eine große Tragödie für unser Viertel", sagte er.

Der Brand in Philadelphia war der tödlichste in einem Wohngebiet in den USA seit Jahren. Im Dezember 2017 waren bei einem Brand in einem Wohngebäude im New Yorker Stadtteil Bronx ebenfalls 13 Menschen ums Leben gekommen. (AFP/dpa)


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