Stollen liefert Auskunft über Geologie des Angerbergs

ÖBB starten mit ersten Vorarbeiten für 2,6 Kilometer langen Rohbaustollen. Besonderes Augenmerk auf Umweltmaßnahmen.

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Im Zuge der Ökomaßnahmen werden auch Kästen montiert, die Lebensraum für Fledermäuse und andere Waldbewohner bieten.
© ÖBB/Steinlechner

Angath – Der Bau einer neuen Eisenbahnstrecke bedarf jahrelanger sorgfältiger Planung. Das gilt auch für die nördliche Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel, die unter dem Angerberg im Unterland in einem Tunnel verläuft. Die Genehmigungen für die erste große Baumaßnahme, einen 2,6 Kilometer langen Rohbaustollen, liegen bereits vor. Er soll den Projektanten helfen, die Geologie des Angerbergs genauer zu erforschen.

Um den Stollenvortrieb Anfang 2023 zeitgerecht starten zu können, sind nun erste Vorkehrungen erforderlich. Unter anderem werden im Gemeindegebiet von Angath in den kommenden Wochen Rodungsarbeiten wahrnehmbar sein. Ziel ist, die Errichtung einer temporären Erschließungsstraße nördlich der Autobahn vorzubereiten. Über das gesamte kommende Jahr ist geplant, Wegverbindungen, Logistik- und Lagerflächen zu errichten sowie Leitungsarbeiten durchzuführen.

Bei den Arbeiten legen die ÖBB großes Augenmerk auf die Einhaltung der im UVP-Bescheid festgehaltenen Umweltvorgaben. Erste Schritte wurden bereits im Herbst gesetzt. In ausgewählten Zonen errichteten Fachleute Amphibienzäune, um die Tiere so zu lenken, dass sie in neue Lebensräume verbracht werden konnten.

Parallel dazu ist ein Programm zur Waldstrukturverbesserung angelaufen. Ziel ist, den überwiegend zur wirtschaftlichen Nutzung angelegten Bestand so zu ergänzen, dass ein vielfältiger und widerstandsfähiger Mischwald entsteht. Totholzhaufen und -pyramiden sowie Quartierkästen bereichern den Lebensraum für Fledermäuse und andere Waldbewohner. Einzelne Altbäume werden bewusst „aus der Nutzung genommen“. Das bedeutet, dass sie so lange im Wald verbleiben, bis sie umfallen. Um nicht auch „unerwünschten Gästen“ wie dem Borkenkäfer eine Unterkunft zu bieten, sind für das Öko-Projekt nur Laubbäume vorgesehen. Im Gemeindegebiet von Angerberg selbst soll der Baumbestand in Richtung eines „Ahorn–Eschen–Edellaubwalds“ verändert werden.

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Die Anrainerinnen und Anrainer in den Gemeinden Angath und Angerberg wollen die ÖBB kommendes Frühjahr über die Vorarbeiten und den Stollenbau informieren. „Uns ist wichtig, dass die Bevölkerung aus erster Hand alle Informationen zu Umfang und Ablauf der geplanten Tätigkeiten erhält“, erklärt ÖBB-Projektleiter Peter Kölbach. Der Termin wird in Zusammenarbeit mit den Gemeinden festgelegt. Zudem steht Interessierten am Hauptbahnhof Wörgl die ÖBB-Projektausstellung „Erlebnisbahnsteig“ täglich von 7 bis 19 Uhr kostenfrei zur Verfügung. (TT)


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