Wintersportler im freien Gelände: Fordernde Tage für Tiroler Bergretter

Aufgrund des Neuschnees verlassen mehr Wintersportler den gesicherten Skiraum.

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In Schwendau mussten am Donnerstag zwei israelische Snowboarder aus der so genannten Horbergklamm geborgen werden.
© zoom.tirol

Schwendau, Fügenberg, Sölden – Es hat geschneit. Was bedeutet, dass Tirols Bergretter derzeit wieder öfter zu Einsätzen gerufen werden. Denn wegen der winterlichen Bedingungen verlassen mehr Sportler den gesicherten Skiraum, geraten in unwegsame Bereiche und müssen schließlich geborgen werden.

So ein Fall ereignete sich am frühen Donnerstagnachmittag im Skigebiet Hochfügen in Fügenberg. Gegen 12.45 Uhr fuhr eine 24 Jahre alte Österreicherin mit ihren Ski durch freies Gelände talwärts. Rund 100 Meter oberhalb des Talbodens, im unteren Bereich des Nordost-Hanges, übersah die Frau laut Informationen der Polizei eine Geländekante. Sie verlor dadurch den Bodenkontakt und wurde etwa zwei Meter in die Luft katapultiert. Die 24-Jährige stürzte in weiterer Folge mit ihrem Rücken auf den harten, lawinengepressten Schnee und verletzte sich dadurch schwer. Ein Begleiter setzte einen Notruf ab und die Rettungskette in Gang. Mehrere Mitglieder der Bergrettung Kaltenbach stiegen zur Verletzten auf und transportierten sie mit einem Akia ins Tal. Von dort brachte ein Hubschrauber die Österreicherin in die Klinik nach Innsbruck.

Wenn wir viel Schnee haben, verleitet das dazu, in den Wald oder das freie Gelände zu fahren.
Dominik Hauser (Bergrettung Mayrhofen)

Kurz vor 13 Uhr wurde am Dreikönigstag die Bergrettung Mayrhofen alarmiert. Zwei Snowboarder waren in Schwendau in die so genannte Horbergklamm abgefahren und stecken geblieben. „Wenn wir, so wie jetzt, viel Schnee haben, verleitet das natürlich mehr dazu, in den Wald oder das freie Gelände zu fahren“, erklärt Einsatzleiter Dominik Hauser. „Die beiden Israelis sind in einen sehr unwegsamen Bereich geraten und kamen da ohne Hilfe nicht mehr raus. Mittels Seilunterstützung haben wir sie aus ihrer Lage befreit“, sagt der Mayrhofener Bergretter. Nach zweieinhalb Stunden war der Einsatz beendet, die jungen Sportler blieben unverletzt.

Anders ein zwölfjähriger Urlauber aus Deutschland. Er wurde am Donnerstag im Skigebiet Giggijoch in Sölden von einem deutschen Snowboarder (68), der aus dem freien Gelände wieder auf die Piste gerast kam, umgefahren. Der Bub wurde bei der Kollision unbestimmten Grades verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber in die Innsbrucker Klinik gebracht werden. (TT, bfk)

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