„Dawn FM“ von The Weeknd: Der Tod dreht das Radio auf

The Weeknd hat mit „Dawn FM“ eine LP veröffentlicht, die eine Radioshow ist.

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The Weeknd 2021 bei seinem Auftritt beim Super Bowl.
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Innsbruck –Neue Scheibe, neues Gesicht? An Facetten fehlt es The Weeknd nicht: Sein Antlitz war 2021 wie nach einer OP komplett verbunden, später tauchten Fotos von einem scheinbar wirklich (schönheits-)operierten Abel Tesfaye auf. Jetzt zeigt sich der kanadische Superstar als Greis, faltig und ergraut. Hat ihm die Pandemie zugesetzt? Nein, es ist einfach nur wieder Zeit für neue Musik. Mit „Dawn FM“ bringt The Weeknd sein fünftes Studioalbum auf den Markt. Gedroppt, einigermaßen überraschend, am Freitag.

„Dawn FM“ ist Konzeptalbum und damit eigentlich eine Radioshow – mit allem Drum und Dran. Den sinistren Moderator gibt Jim Carrey. Quincy Jones erzählt Geschichtchen, so was wie Werbung gibt’s auch.

Das Intro erklärt: „Dawn FM“ ist der Radiosender aus dem Jenseits. Einer, der seine HörerInnen von der Dunkelheit sicher ins Morgenrot führt – oder wie es The Weeknd selbst zu Protokoll gibt: vom Tod zurück ins Leben.

Gut hörbar sind die 16 Songs aber auch ohne ein hochgejazztes Konzept. The Weeknd jedenfalls gibt stilsicher den musikalischen Fährmann, er schwebt dahin auf der Eighties-Retro-Welle, am Horizont leuchten die Hits von Michael Jackson oder Daft Punk taghell. Und das zentrale „Take My Breath“ (das „Blinding Lights“ dieses Albums) wäre ohne Giorgio Moroders musikalische Vorarbeit in den Achtzigern wohl heute nicht da.

The Weeknd wählt nur das Beste aus, holt sich u. a. Tyler, the Creator als Beifahrer dazu und liefert am Schluss ein – besonders in der ersten Hälfte – starkes Album ab. Dass das Musikjahr so gut beginnt, hätte kaum jemand vermutet. (bunt)


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