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Überdosis Teenagersein: „Euphoria" startet auf Sky

Schockierend schön: Die kontroverse Serie „Euphoria“ startete mit acht neuen Episoden auf Sky.

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Auch in der zweiten Staffel dauerhigh: Rue (Zendaya) und ihr neuer Freund Elliot (Dominic Fike).
© HBO

Innsbruck – Auf der Silvesterparty gehen gerade alle steil, als bei Rue langsam die Lichter ausgehen. Eine Line zu viel. Ihr Puls sinkt rapide ab, nur noch 56 Schläge zählt sie pro Minute. Das könnte ein Anzeichen für eine Überdosis sein. Rue kennt sich damit aus. So hatte 2019 in Staffel 1 der kontroversen HBO-Serie „Euphoria“ (läuft auf Sky) alles begonnen. Rue, damals 16 kehrte nach einer Auszeit wieder nach Hause zurück. Gezeichnet, nicht gebrochen. Denn der nächste Rausch ist nur eine Enttäuschung entfernt. Gilt auch für die zweite Staffel, die in dieser Woche auf Sky angelaufen ist.

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So schön glitzerten die Abgründe der US-amerikanischen High-School-Zeit lange nicht mehr. Dabei ist das, was „Euphoria“-Mastermind Sam Levinson da beschreibt, mehr als nur der Albtraum aller Eltern: Nicht nur Partydrogen, sondern vor allem die Opioidkrise, der Umgang mit Benzos und Meth – und allem gemeinsam –, stehen auf dem Serien-Speiseplan. Nicht gerade unterdosiert ist zudem der ganz normale Teenager-Wahnsinn mit allerhand Weltschmerz, Sex, Gewalt – und Instagram.

Einen treibenden Plot verfolgt die Serie nicht. Sie beleuchtet – oft schön wie ein Musikvideo – eine Gruppe von Jugendlichen und ihre Beziehungen zueinander. Manchmal White Trash, manchmal zumindest vermeintlich glamourös: Jeder und jede hat eine Geschichte zu erzählen.

Nach der drogensüchtigen Rue (Zendaya) und Trans-Teenagerin Jules (Hunter Schafer) sind das u. a. Maddy (Alexa Demie), ihr zorniger On/Off-Freund Nate (Jacob Elordi) oder die Freundinnen Cassie (Sydney Sweeney) und Kat (Barbi Ferreira). Nicht weniger schonungslos widmet sich die zweite Staffel der nächsten Verwandtschaft. Es wird blutig, wenn Fezcos Großmutter mit der Knarre auftaucht oder Nates Vater zuschlägt, anstatt seine Homosexualität offen auszuleben.

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Kurzum: „Euphoria“ Staffel 2 ist wieder nichts für schwache Nerven. Die Serie erschüttert, regt auf und mummelt ein, in einen Fiebertraum aus Glitzermakeup, Nebelschwaden und schönen (oft unnötig nackten) Körpern. Das gelingt sogar, obwohl sich die Story immer weiter ins Gangmilieu verstrickt.

Einmal mehr grandios ist die dauerhighe Rue, die aus dem Off die Leben anderer kommentiert. Eine Rolle, die die Schauspielvita der omnipräsenten Zendaya (aktuell etwa in „Spider-Man: No Way Home“ oder „Dune“) um eine schockierend schöne Facette erweitert. (bunt)


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