Offener Brief: 600 Polizisten stellen sich gegen ihren Minister

In einem offenen Brief an Innenminister Karner warnen knapp 600 Polizisten vor einer Spaltung der Gesellschaft und im Polizeiapparat.

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In einem offenen Brief an Innenminister Karner bekunden Polizisten ihre Sympathie für die Demonstranten gegen die Corona-Politik.
© APA/Wieser

Wien – Die geplante Impfpflicht einerseits, aber andererseits auch die Kritik, „überwiegend friedlichen Demonstranten drohend“ gegenüberstehen zu müssen, bilden die Grundlage für ein ungewöhnliches Schreiben von Polizisten. Sie haben in einem offenen Brief an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) vor einer Spaltung der Gesellschaft und im Polizeiapparat angesichts der geplanten Impfpflicht gewarnt.

Die Polizisten berichten von polizeiinternen Spannungen und Konflikten, die bis hin zur Androhung von Disziplinarmaßnahmen und Anzeigen gegen nicht geimpfte Kollegen reichten. Zudem weisen sie Karner „eindringlich“ darauf hin, dass der Innenminister damit rechnen müsse, „zahlreiche motivierte, engagierte und qualifizierte Beamte“ zu verlieren, sollte es wegen der Impfpflicht und den damit einhergehenden „angedrohten dienstrechtlichen Maßnahmen“ zu personellen Engpässen kommen.

Der Inhalt des Briefes wird nach eigenen Angaben von rund 600 Polizisten unterstützt. Unterzeichnet wurde das Schreiben unter anderem von Daniela Laner von der Landespolizeidirektion Tirol und Polizeiseelsorger Uwe Eglau (LPD Wien), der als Sprecher der Gruppe fungieren soll. Ein Unterzeichner soll für die freiheitliche AUF tätig sein.

Beim Innenministerium konnte man die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Begrüßt wurde das Schreiben von der FPÖ. Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer sieht darin einen Beleg dafür, dass sich der „friedliche Widerstand gegen das schwarz-grüne Corona-Regime, die unverhältnismäßigen Zwangsmaßnahmen und die spalterische Kampfrhetorik“ durch alle Gesellschaftsschichten ziehe. (misp)

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