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Junger Tiroler vor Landesgericht: An Sechsjähriger vergangen

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Auf einem Spielplatz hatte sich der Tiroler dem Mädchen genähert. Schreie bewahrten das Mädchen vor einem massiven Übergriff.
© imago

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und sittlicher Gefährdung von Personen unter sechzehn Jahren musste sich gestern ein junger Tiroler vor einem Schöffensenat verantworten. Die Anklage wog schwer und reichte für eine Strafandrohung von bis zu zehn Jahren Haft. So hatte sich der heute 20-Jährige im Sommer 2019 auf einem Campingplatz einem sechsjährigen Mädchen sexuell genähert. Einzig die Schreie des Mädchens hatten damals verhindert, dass der damals geplante, noch viel schwerere Missbrauch beim Versuch geblieben war. Zwei Jahre später hatte der Bursche erneut alle Grenzen überschritten und eine 12-Jährige in einem Linienbus mit sexuellen Handlungen an sich konfrontiert.

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Vor Richter Gerhard Melichar zeigte sich der Angeklagte auf Anraten von Verteidiger Klaus Ebermayer zu beiden Anklagepunkten umfassend geständig. Ein Psychotherapeut hatte zuvor bei dem Arbeiter eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Eine leidvolle und schwierige Kindheit hatte beim Angeklagten zu einem gestörten Sozialverhalten geführt. Darin sah der Schöffensenat letztlich eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit.

Unbescholtenheit und Geständnis waren weitere Milderungsgründe. So ergingen nicht rechtskräftig 15 Monate Haft zur Gänze bedingt. „Es ist besser, wenn Sie weiter zwingend Ihre Therapie besuchen, als unbehandelt im Gefängnis zu sitzen“, so Richter Melichar. Zu Gerichtsgebühren von 300 Euro kamen dann allerdings noch 6000 Euro für DNA-Gutachten im Ermittlungsverfahren.


21 Vorstrafen

Nach 21 Vorstrafen gehört man am Innsbrucker Landesgericht eben schon ein bisschen zum Inventar. So begrüßte Strafrichter Norbert Hofer einen Innsbrucker mit den Worten: „Schon eine Zeit her, das wir uns gesehen haben, sechs Jahre, oder?“ Der diesmal wegen Betruges, Diebstahls und Urkundenunterdrückung Angeklagte hätte auf das Wiedersehen wohl leicht verzichten können, es war jedoch alternativlos: Wurde der 35-Jährige doch direkt aus dem Gefängnis vorgeführt. Aufgrund von Strafschärfung und Rückfall hätte es gestern für gestohlene Rucksäcke und eine entwendete Geldtasche bis zu viereinhalb Jahre Haft setzen können. Richter Hofer beließ es bei seinem alten Bekannten jedoch bei zehn Monaten unbedingter Haft.

Eine teilbedingte Geldstrafe von 800 Euro erging indes über einen Iraner. Der 30-Jährige war mit gefälschten Ausweisen von Griechenland nach Österreich „geflüchtet“. Kein entschuldigender Notstand, da eine Grenzüberschreitung innerhalb der EU. (fell)


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