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„Pushback" ist „Unwort des Jahres" 2021 in Deutschland

Hunderte Vorschläge werden für die Wahl des „Unwortes des Jahres" eingereicht. Die Aktion will auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen. Trotz der allgegenwärtigen Corona-Pandemie entscheidet sich die Jury aus Sprachwissenschaftlern für einen Begriff, der eine andere Problematik aufzeigt.

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Proteste in Warschau im Oktober: Demonstranten zeigen sich solidarisch mit Geflüchteten an der Grenze zu Belarus und fordern den Stopp von Pushbacks.
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Marburug – Das „Unwort des Jahres" 2021 lautet „Pushback". Der aus dem Englischen stammende Begriff bedeute zurückdrängen oder zurückschieben. Der Begriff wird im Zusammenhang mit möglichen illegalen Zurückweisungen von Schutzsuchenden an Grenzen verwendet. Die Jury kritisiere die Verwendung des Ausdrucks, „weil mit ihm ein menschenfeindlicher Prozess" beschönigt werde.

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Auf Platz zwei der „Unwörter" setzte die Jury den Begriff „Sprachpolizei". Damit würden Personen diffamiert, die sich unter anderem für einen angemessenen, gerechteren und nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch einsetzten. Auf Platz drei kamen Vergleiche mit dem Nationalsozialismus, die im Zuge der Corona-Demonstrationen von Impfgegnern und -gegnerinnen verwendet wurden – etwa „Impfnazi" oder „Ermächtigungsgesetz" für Infektionsschutzgesetz.

Die Jury wählte das „Unwort" aus zahlreichen Vorschlägen aus, die Interessierte bis zum 31. Dezember eingereicht hatten. Insgesamt gab es rund 1300 Einsendungen mit 454 unterschiedlichen Begriffen, von denen knapp 45 den Kriterien entsprachen. Mit der Aktion soll auf „undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch" aufmerksam gemacht werden.

Im Vorjahr war die Wahl auf zwei Begriffe gefallen „Rückführungspatenschaften" und „Corona-Diktatur". Mit „Corona-Diktatur" werden laut Jury die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie diskreditiert. Das Wort „Rückführungspatenschaften" bezeichnet einen von der EU-Kommission vorgeschlagenen Mechanismus der Migrationspolitik, bei dem ein Mitgliedsstaat der EU einem anderen Land die Verantwortung für Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern abnimmt. (dpa)


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