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„Negativer" Kriechmayr nach Zitterpartie in Wengen angekommen

Einem Antreten beim Super-G sollte nichts mehr im Wege stehen, auch die Wengen-Zusatzabfahrt am Freitag sowie die klassische Lauberhornabfahrt am Samstag sind nicht augeschlossen. Die Bestzeit im Abschlusstraining markierte Max Franz.

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Kriechmayr verpasste am Mittwoch auch das zweite Training für die Abfahrten.
© GEPA pictures/ Patrick Steiner

Wengen – Abfahrts-Weltmeister Vincent Kriechmayr ist am späten Mittwochabend im Schweizer Skiort Wengen eingetroffen, nachdem er grünes Licht der österreichischen Behörden für die Reise erhalten hatte. Der Oberösterreicher, der positiv auf das Coronavirus getestet worden war, verpasste zwar auch das zweite Training für die zwei Abfahrten im alpinen Ski-Weltcup auf der Lauberhornstrecke in diesem Jahr. Einem Antreten beim Super-G am Donnerstag (12.30 Uhr) steht aber nichts mehr im Weg.

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„Ich habe keine Symptome gehabt, auch nicht zum Zeitpunkt meines positiven Tests. Ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass ich positiv bin", erklärte Kriechmayr kurz nach seiner Ankunft um 22.40 Uhr. „Natürlich ist es bitter, wenn man gesund ist und wenn man sich topfit fühlt, dass man in Quarantäne ist, aber so war das leider."

Auch Abfahrtsstarts offenbar nicht ausgeschlossen

Für den Super-G ist eine Trainingsteilnahme anders als bei der Abfahrt keine Voraussetzung. Die Akkreditierung des Ski-Weltbandes FIS für das Event lag für Kriechmayr nach Vorlage eines negativen Tests schon länger bereit. Es gebe auch noch Wege und Hintertürchen, die ihm ein Antreten bei der verkürzten Wengen-Zusatzabfahrt am Freitag sowie der klassischen Lauberhornabfahrt am Samstag ermöglichen würden, hieß es vom ÖSV. Das dürfte sich am Donnerstag entscheiden.

Am Sonntag sei Kriechmayr schon negativ gewesen, die vorgegebene Quarantänedauer von fünf Tagen müsse der Sportler jedoch unbedingt einhalten, wurde dem ÖSV von den Landesgesundheitsbehörden in Oberösterreich und Salzburg mitgeteilt. „Natürlich hätte ich gehofft, dass ich früher raus kann, aber ich hab mich auch an die fünf Tage halten müssen. Jetzt freue ich mich natürlich, dass ich da morgen das Rennen fahren kann", sagte Kriechmayr, der in Obertauern im Bezirk St. Johann im Pongau eine Wohnung hat

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Am Mittwoch ließ Kriechmayr in Österreich laut ÖSV-Männer-Cheftrainer Andreas Puelacher noch einen weiteren Coronatest durchführen. „Wenn der negativ ist, kriegen wir von der Behörde hoffentlich die Genehmigung, dass er anreisen kann. Die Zeit gibt die Behörde vor, das müssen wir wirklich abwarten. Es gibt da keine Ausnahme, auch für den Vinc nicht. Ich hoffe, dass wir das so schnell wie möglich hinbekommen", sagte Puelacher am Nachmittag. Keine zwei Stunden später lag das offizielle Okay vor, Kriechmayr reiste Richtung Schweiz.

Am Sonntag sei Kriechmayr schon negativ gewesen, die vorgegebene Quarantänedauer von fünf Tagen müsse der Sportler jedoch unbedingt einhalten, wurde dem ÖSV von den Landesgesundheitsbehörden in Oberösterreich und Salzburg mitgeteilt. In Obertauern in Bezirk St. Johann im Pongau hat Kriechmayr eine Wohnung.

Die Türe, doch zumindest eine Abfahrt in Wengen bestreiten zu können, sei für Kriechmayr nicht zu. Die FIS-Jury, die darüber letztlich entscheiden muss, und die Trainer der anderen Nationen seien möglichen Optionen nicht abgeneigt, sagte Puelacher. „In dieser schwierigen Zeit (...) sollte man einem Sportler, egal woher er kommt, von der FIS die Möglichkeit bieten, dass er eventuell die Abfahrt fahren könnte. Man soll im Sinne des Sportlers und auch im Sinne des Sports entscheiden", betonte der Tiroler.

Franz im Training auf verkürzter Lauberhornstrecke Schnellster

Max Franz hat im zweiten Abfahrtstraining auf dem Lauerhorn bei Wengen die Bestzeit aufgestellt. Der Kärntner Skirennläufer verwies auf verkürzter Strecke – gestartet wurde knapp oberhalb des Hundschopf – den Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,56 Sek.) sowie die zeitgleichen Dominik Paris (ITA) und Ryan Cochran-Siegle (USA/je +0,93) auf die weiteren Plätze. Mit Daniel Hemetsberger auf Platz fünf (+0,96) landete ein weiterer ÖSV-Läufer im Spitzenfeld.

„Es war richtig ein geiler Lauf, sehr aktiv. Gestern war ich noch nicht ganz parat bei gewissen Kurven. Heute war die Überzeugung da. Ich bin eigentlich sehr coole Kurven gefahren", sagte Franz. Hemetsberger erklärte, sich vorgenommen zu haben, mehr Gas zu geben. „Gott sei Dank habe ich noch ein paar Reserven. Ich bin eigentlich zufrieden." 2,34 Sek. Rückstand hatte als 23. Matthias Mayer, der es „lässig zum Fahren" fand. „Es ist hart, es ist besser als gestern."

📊 Abfahrtstraining in Wengen, Ergebnisse

  • 1. Max Franz (AUT) 1:43,42 Minuten
  • 2. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) +0,56 Sekunden
  • 3. Ryan Cochran-Siegle (USA) und Dominik Paris (ITA) je +0,93
  • 5. Niels Hintermann (SUI) und Daniel Hemetsberger (AUT) je +0,96
  • 7. Christof Innerhofer (ITA) +1,24
  • 8. Stefan Rogentin (SUI) +1,25
  • 9. Jared Goldberg (USA) +1,50
  • 10. Marco Odermatt (SUI) +1,52
  • Weiter: 15. Otmar Striedinger +1,91 - 17. Daniel Danklmaier +1,96 - 23. Matthias Mayer +2,34 - 26. Christian Walder (alle AUT) +2,37 - 30. Beat Feuz (SUI) +2,51 - 35. Stefan Babinsky +2,91 - 43. Stefan Rieser +3,29 - 50. Raphael Haaser +4,06
  • Nicht am Start: Vincent Kriechmayr (alle AUT)

Auch Otmar Striedinger (+1,91) als 15. und Daniel Danklmaier (+1,96) auf Platz 17 fuhren unter die schnellsten 20 des Trainings. Christian Walder (+2,37) war 26., Stefan Babinsky (+2,91) setzte sich als 35. in der internen Qualifikation gegen Stefan Rieser (43./+3,29) durch. Raphael Haaser (+4,06) kam auf Position 50.

Dem Tiroler gehe es nach seiner Coronavirus-Infektion gut, er fühle sich wieder voll fit. Symptome habe er nicht wirklich gehabt, erklärte Haaser. „Früher hätte man gesagt ein normaler Schnupfen. Es war nicht weiter tragisch." Er hoffe, dass er im Super-G an Bormio anknüpfen werde können, wo er den zweiten Platz erreicht hatte.

Die Läufer durften im zweiten Training Kraft sparen. Der Dienstag-Trainingsschnellste Christof Innerhofer hatte über die volle Streckenklänge eine Zeit von 2:30,84 Minuten stehen, Franz am Mittwoch 1:43,42. Am Donnerstag gehen im Berner Oberland ein Super-G, ab Freitag zwei Abfahrten – einmal Originaldistanz, einmal verkürzte Strecke – und ein Slalom über die Bühne. (APA)


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