Mit Rückkehrer Bilyk scheint bei der EM für das ÖHB-Team „alles möglich“

Nach seiner Kreuzbandverletzung führt Nikola Bilyk Österreichs Handballer bei der EM als Kapitän an. Zum Auftakt geht’s gegen Polen.

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Erstmals seit zwei Jahren streift sich ÖHB-Teamkapitän Nikola Bilyk (l.) bei der EM in Bratislava wieder das Nationalteamtrikot über.
© gepa/Brem

Bratislava – Österreichs Handball-Eurofighter übersiedelten gestern mit dem finalen 16-Mann-Kader in den EM-Spielort Bratislava. Morgen (20.30 Uhr, live ORF Sport +) geht es in Gruppe D gegen Polen los, weitere Gegner am Sonntag und Dienstag sind Deutschland und Belarus. Mit dabei ist endlich wieder Superstar und Teamkapitän Nikola Bilyk, der bei der WM 2021 schmerzlich vermisst wurde. Der Tiroler Spielmacher Gerald Zeiner schlüpfte stattdessen in die Kapitänsrolle. Nach seiner langen Verletzungspause ist der 25-jährige Bilyk zwar noch nicht ganz der Alte, aber am besten Weg dorthin. „Es ist alles möglich“, meinte Bilyk im Hinblick auf die Ziele mit seiner Truppe bei der Endrunde in Ungarn und der Slowakei.

Die Schlusssekunden des letzten Spiels bei der Heim-EM 2020 waren prägend. Der Kapitän schoss seine Truppe mit dem Tor zum 36:36-Endstand gegen Weißrussland zum historischen Platz acht und unterstrich seine große Bedeutung für Österreichs Team zum bisher letzten Mal bei einem Turnier, in dem er den großen Erwartungen mehr als gerecht wurde. Mit 46 Toren belegte er Platz drei der Turnierrangliste.

Österreichs EM-Auftaktgegner Polen mit fünf Corona-Fällen

Polens Handballer, am Freitag (20.30 Uhr/live ORF Sport +) in Bratislava Österreichs Auftaktgegner bei der Europameisterschaft, sind kurz vor Turnierstart von mehreren Corona-Fällen betroffen. Am Mittwochabend vermeldeten die Polen weitere fünf positiv Getestete, nachdem bereits in der Vorwoche zwei Akteure betroffen waren.

Wie Polens Verband mitteilte, müssen Adam Morawski, Piotr Chrapkowski, Jan Czuwara, Kacper Adamski und Damian Przytula in Quarantäne. Das Quintett gehört allerdings nicht zur ersten Reihe der Polen.

Polen ist nicht der einzige EM-Teilnehmer, der im Vorfeld mit Corona-Fällen konfrontiert ist. Neben Kroatien des - inzwischen wieder "negativen" - Regisseurs Domagoj Duvnjak und Dänemark sind auch Schweden, Frankreich, Serbien, Montenegro und Portugal betroffen.

Auch zwei Jahre später ruhen die Hoffnungen nicht zuletzt auf dem Legionär des vielfachen deutschen Meisters THW Kiel. Doch Bilyk ist von seiner Topform wohl noch etwas entfernt. „Ich kann ehrlich sagen, dass ich noch nicht zu hundert Prozent da bin, wo ich war“, gestand der Wiener, der nach einem Kreuzbandriss im August 2020 eine ganze Saison pausieren musste. Bei der WM 2021 wurde sein Fehlen deutlich, die auch durch Corona verkorkste Endrunde endete mit Platz 26. „Es war eine lange, schwere Zeit“, erinnerte sich Bilyk an die Arbeit am Comeback.

Eine Zeit, in der ihm auch die Religion viel Kraft injizierte. „Ich bin ein sehr gläubiger Mensch, das war immer Teil meines Lebens“, meinte Bilyk, der aber auch an die eigene Stärke glaubt. „Ich habe volles Vertrauen ins Knie“, befand der 1,98-Meter-Mann, „es war eine Kopfsache und ein ständiges Überwinden meiner Zweifel.“ In Kiel sammelte er im Herbst in rund 30 Bewerbsspielen wieder Spielpraxis, die EM gibt dazu weitere Möglichkeit: „Durch Momente wie hier beim Nationalteam, wo ich viel Verantwortung tragen darf, kommt viel Selbstvertrauen zurück.“

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In den Spielen gegen Polen, Deutschland (So.) und Belarus (Di.) soll der Sprung unter die Top zwei gelingen. Er brächte den anvisierten Aufstieg in die Hauptrunde der besten zwölf – und damit die Chance, das Ergebnis von 2020 zu übertrumpfen. Punkte aus der Vorrunde mitzunehmen, wäre auf dem Weg dorthin Gold wert. Deutschland gilt in Gruppe D als Favorit. Die EM wird heute u.a. mit dem Duell zwischen Kroatien und Frankreich (20.30, live ORF Sport +) eröffnet. (TT, APA)

Handball-EM in Zahlen:

Österreich–Gruppe D in Bratislava: Morgen: Deutschland – Belarus (18/live ORF Sport +), Österreich – Polen (20.30, live ORF Sport +). 16. Jänner: Deutschland – Österreich (18/live ORF 1). 18. Jänner: Belarus – Österreich (20.30, live ORF Sport +).

Heute: Gruppe A: Slowenien – Nordmazedonien (18), Dänemark – Montenegro (20.30). B: Ungarn – Niederlande (20.30). C: Serbien – Ukraine (18), Kroatien – Frankreich (20.30, live ORF Sport +). E: Spanien – Tschechien (18), Schweden – Bosnien (20.30). F: Russland – Litauen (18), Norwegen – Slowakei (20.30).

ÖHB-EM–Kader: Bilyk (Rückraum, Kiel, 78 Länderspiele/333 Tore), Bozovic (Rückraum, Gummersbach, 161/450), Damböck (Flügel, Fivers, 5/4), Dicker (Rückraum, Eisenach, 28/24), Doknic (Tor, Hard, 3/0), Frimmel (Flügel, Szeged, 75/211), Häusle (Tor, Bregenz, 3/0), Herburger (Kreisläufer, Schaffhausen, 48/34), A. Hermann (Rückraum, Gummersbach, 77/133), Hutecek (Rückraum, Lemgo–Lippe, 23/63), Posch (Kreisläufer, Krems, 114/199), Ranftl (Rückraum, Westwien, 28/38), Wagner (Kreis, Toulouse, 70/134), Weber (Flügel, Nordhorn/Lingen/GER, 197/863), Zeiner (Rückraum, Schwaz, 66/128), Boris (Rückraum, Pulawy, 42/56).


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