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„Aktion kritischer Schüler_innen" ruft wegen Matura-Regelung zum Warnstreik

Bei den Warnstreiks am kommenden Dienstag sollen die Schülerinnen und Schüler zwar in die Schule kommen, aber dann eine Stunde lang dem Unterricht fernbleiben, erklärt die AKS-Vorsitzende.

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Wien – Vertreter der SPÖ-Vorfeldorganisation Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) rufen für Dienstag (18. Jänner) zum einstündigen Warnstreik „für eine faire Matura". Die AKS fordert, dass die mündliche Matura wie in den beiden vergangenen Jahren freiwillig sein soll. Bisher haben laut AKS-Vorsitzender Flora Prantl 15 Schulen aus fünf Bundesländern ihre Teilnahme angekündigt. Sollte die Aktion keinen Erfolg zeigen, werde man in der Woche darauf "mit richtigen Streiks durchstarten".

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Bei den Warnstreiks am Dienstag sollen die Schülerinnen und Schüler zwar in die Schule kommen, aber dann eine Stunde lang dem Unterricht fernbleiben, erklärt Prantl im Gespräch mit der APA. Die SPÖ-Schülervertretung habe sich für diese Variante und nicht etwa für einen Streik vor dem für die Matura-Regeln verantwortlichen Bildungsministerium entschieden, weil man so vielen Schulen wie möglich eine unkomplizierte Teilnahme am Warnstreik ermöglichen wollte. „Wir finden es auch cool, dass so eine Aktionsform einmal direkt an den Schulen stattfindet." Insgesamt gibt es in Österreich rund 700 AHS und BHS, 15 (aus Wien, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) wollen sich laut AKS fix am Warnstreik beteiligen. Die nächste Eskalationsstufe wäre dann laut Prantl ein bundesweiter Streik von Schülerinnen und Schülern.

Konkret fordert die AKS, dass die Schüler zwischen einer Matura mit freiwilliger mündlicher Prüfung und einer Durchschnittsmatura, die sich aus den Noten der beiden letzten Schuljahre zusammensetzt, wählen dürfen. Auch die Präsentation der Vorwissenschaftlichen Arbeiten (AHS) und Diplomarbeiten (BHS) soll freiwillig sein. Zusätzlich brauche es Maßnahmen für weniger Leistungsdruck und eine Verbesserung der psychischen Gesundheit.

Die Schüler der Abschlussklassen seien seit Pandemiebeginn psychisch überlastet, hätten Distance Learning, Hybridunterricht und alle möglichen Coronabestimmungen flexibel mitgemacht. „Mit diesen Maturaregelungen fühlen wir uns aber endgültig im Stich gelassen! Wir leben noch immer in einer Pandemie", wird die Wiener AHS-Landesschulsprecherin Maria Marichici in der Aussendung zitiert. Die Schüler_innen seien "komplett überfordert, fühlen sich nicht vorbereitet und leiden unter enormer psychischer Belastung", so Prantl.

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Verständnis vom Bildungsminister

Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) zeigte in einer Stellungnahme gegenüber der APA zwar Verständnis für die Situation der Schüler, will jedoch an seinen Plänen festhalten. Ihm sei bewusst, dass die Auswirkungen der Pandemie noch spürbar sind. Daher gebe es auch dieses Jahr „eine Vielzahl an Erleichterungen bei der Matura", verwies er auf die Einschränkung der Themenbereiche und den späteren Abgabetermin der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA). Zudem werde es einen Ersatzprüfungstermin geben und die Jahresnote werde in die Maturanote miteinberechnet. Die Matura sei ein Schlüsselmoment im Leben einer Schülerin bzw. eines Schülers, bei dem man sein Wissen präsentieren könne. „Ich bin daher froh, dass auch die mündliche Matura aus derzeitiger Sicht dieses Jahr unter allen nötigen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden kann." (APA)


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