Coronavirus

Gecko trotz Kritik für breites Testen, Comeback der Wohnzimmertests?

Die Antigen-Selbsttests, bei der man zuhause seinen Corona-Status ermitteln kann, gelten seit November 2021 nicht mehr als offizieller Nachweis für den grünen Pass.
© GEORG HOCHMUTH

Der Ruf nach einem gezielteren Testsystem wird angesichts der Omikron-Welle immer lauter. Das Beratungsgremium Gecko tritt allerdings weiter für eine breitflächige Teststrategie ein – und überlegt nun die Wiedereinführung von Antigen-Selbsttests.

Wien – Das Beratungsgremium Gecko tritt weiter für möglichst breites Testen auf das Coronavirus ein. Einen diesbezüglichen Strategiewechsel gebe es nicht, stellte eine Sprecherin klar. Allerdings wird aktuell unter anderem in einer heute anberaumten (internen) Sitzung die Frage erörtert, ob man die (weniger genauen) Wohnzimmertests wieder forcieren könnte. Damit könnten etwaige Engpässe bei den Kapazitäten ausgeglichen werden. Der Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) forderte am Freitag einen solchen Strategiewechsel hin zu Antigentests – zumindest als Notfallprogramm.

📽 Video | Gecko berät über CoV-Testsystem

In den vergangenen Tagen hatten bekannte Mediziner wie die Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl und der Infektiologe Günter Weiss das breite Testen insgesamt infrage gestellt. Das tut Gecko nicht. Wie die Sprecherin betonte, gehe es bei den Überlegungen darum, dass das System auch funktioniert – sprich etwa die Laborkapazitäten nicht überlastet werden, sodass rechtzeitig Ergebnisse vorliegen.

Starlinger: Schwerpunkte in gewissen Bereichen setzen

Generalmajor Thomas Starlinger, der in der Gecko-Untergruppe zum Testen sitzt, hatte Donnerstagabend gemeint, man werde gezwungen sein, Schwerpunkte in gewissen Bereichen zu setzen und auch auf Antigen-Tests zurückzugreifen. Denn außerhalb Wiens stoße man in manchen Regionen bei den PCR-Tests an die Belastungsgrenzen. Dort werde man gezwungen sein, Schwerpunkte zu setzen – und zwar im Pflegebereich, den Schulen und der kritischen Versorgung.

Wenig anfangen mit der aktuell großflächigen Teststrategie kann Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, wie er gegenüber der TT erklärte. Er ortete ein "totales Chaos beim Auswerten der Tests aus den Teststraßen".

Tirol hält vorerst an Strategie fest, Salzburg für Wohnzimmertests

Von der Landesregierung hatte es am Donnerstag bei einer Pressekonferenz geheißen, an den großflächigen Testungen festhalten zu wollen. Gesundheitslandesrätin Annette Leja (ÖVP) sagte, dass sie nichts davon halte, "in der Hochphase der Omikron-Welle" die Teststrategie zu ändern. Außerdem gebe es beim PCR-Gurgeltestangebot noch genügend Kapazitäten.

In Salzburg rechnen die Experten des Landes damit, dass die PCR-Teststrategie angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen ab Ende kommende Woche an ihre Grenzen stoßen wird. Ergebnisse können dann nicht mehr in angemessener Zeit übermittelt werden. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sagte darum am Freitag, das Beratungsgremium Gecko solle auch nicht überwachte Wohnzimmer-Antigentests wieder anerkennen - zumindest als Notfallprogramm.

Solange die PCR-Teststrategien überfordert werden, wäre es konsumentenfreundlich, wenn die Wohnzimmertests wieder anerkannt werden. Wegen dem erwarteten längeren Vorlauf sollen zunächst in rund 80 der 119 Salzburger Gemeinden Stationen für überwachte Antigentests reaktiviert werden, damit ein entsprechendes Testangebot aufrechterhalten werden kann - etwa für Personen, die 3G- oder 2G-Plus-Nachweise erbringen müssen.

Zwar hätten PCR-Tests eine höhere Treffsicherheit, andererseits sei bei hoher Infektionsgeschwindigkeit ein PCR-Test alle 72 Stunden nicht so aussagekräftig wie ein täglich durchgeführter Antigentest, betonte Haslauer. Angesichts der aktuell erheblichen Probleme bei den Schultests habe Salzburg auch beschlossen, die Schüler täglich mit Antigentests testen zu lassen – solange das mit den PCR-Tests nicht funktioniere. (TT.com, APA)