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880.000 Transit-Lkw steuern Tirol nur aus Kostengründen an

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Über 30 Prozent der durch Tirol kutschierenden Transit-Schwerlaster müssten nicht hier unterwegs sein, weil es kürzere Alternativen gibt.
© Kristen

Innsbruck – Dass auf der Brennerroute pro Jahr an die 545.000 Lkw-Transitfahrten durch Tirol führen, obwohl den Brummi-Lenkern eine um mehr als 120 Kilometer kürzere Alternativroute zur Verfügung stünde, wurde an dieser Stelle bereits vor wenigen Tagen berichtet. Auf Basis der Verkehrsdaten des Jahres 2019 (übrigens das bisherige Rekordjahr) waren das gut 20,4 Prozent des Gesamt-Transitverkehrs. Die Daten stammen aus einer vom Land in Auftrag gegebenen Studie, deren erste Ergebnisse damals durchsickerten. Dabei wurden u. a. Lkw-Fahrer an den großen Straßenübergängen im gesamten Alpenraum sowie Fahrer, welche die Rollende Landstraße benutzt haben, befragt.

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Gestern legten Landeshauptmann Günther Platter (VP) und die für Verkehr zuständige LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) die gesamte Studie offen. Und die Zahlen zum Umwegtransit durch Tirol werden noch anschaulicher. Betrachtet man jene Anzahl an Lkw-Fahrten, welche eine um nur 60 Kilometer kürzere Route als über den Brenner haben, erhöht sich der Prozentsatz auf 33 Prozent oder jährlich gut 880.000 Lkw. An keinem anderen Alpenpass ist der Anteil des Umwegverkehrs demnach höher. Zum Vergleich: Am Gotthardpass in der Schweiz sind fast 97 Prozent des Transitschwerverkehrs auf der so genannten „Bestroute“ unterwegs.

Die Gründe hierfür liegen ebenso klar auf der Hand: Es sind betriebswirtschaftliche Überlegungen der Transportunternehmen. Stichwort: günstigere Bemautung und Treibstoff (Dieselprivileg) entlang des Brennerkorridors. „Worauf Tirol seit Jahren immer wieder aufmerksam macht und was angeprangert wird, haben wir mit dieser Studie schwarz auf weiß vorliegen“, fordert Platter europäische Lösungen ein. Felipe pocht auf das Ende des Dieselprivilegs und die Notwendigkeit von höheren Mautaufschlägen für mehr Kostenwahrheit. (TT, mami)


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