„Focus Weeks“ Büchsenhausen: Außenseiterinnen und Heilige
Vier Fellows im Künstlerhaus Büchsenhausen geben ab heute Einblick in ihre Arbeit.
Innsbruck – Gestartet ist das aktuelle Fellowship-Jahr im Künstlerhaus Büchsenhausen schon im Oktober 2021. Anlässlich der Start-up-Lectures wurden die vier Stipendiatinnen in Innsbruck vorgestellt. Heute starten die „Focus Weeks“, in denen sich Olga Stefan, Sam Richardson, Rosalyn D’Mello und Suzana Milevska genauer mit ihren jeweiligen Vorhaben auseinandersetzen. Noch im Jänner sind drei Abende und ein Nachmittag geplant. Alle Veranstaltungen finden in Präsenz und virtuell statt.
Den Anfang macht heute Abend (und am 25.1., jeweils 19 Uhr) die nordmazedonische Theoretikerin Suzana Milevska, die das Tiroler Fellowship-Programm für ihre Arbeit an „Ethical and Aesthetical Protocols of Apology“ nutzt. Sie untersucht darin Beispiele von Entschuldigungen als Neudeutungen „geerbter“ problematischer Narrative – und meint damit etwa Umbenennungen von Plätzen. Was es bedeutet, sich mit Erinnerungsarbeit heute auseinanderzusetzen, wird Künstlerin Merete Røstad erörtern, die Milevska eingeladen hat.
Am Donnerstag (19 Uhr) übernimmt Olga Stefan, die sich in ihrem Essayfilm „Concentration Camp Exhibition“ mit der Rekonstruktion einer rumänischen Kunstausstellung von 1945 befasst.
Alle Fellows verbindet auf inhaltlicher Ebene eine Beschäftigung mit Vergangenheitsbewältigung und dem Aufzeigen feministisch-queerer Ansätze. Rosalyn D’Mello (28.1., 15 Uhr) richtet ihren Blick auf Außenseiterinnen und deren künstlerische Praktiken, Sam Richardson auf die geschlechtlich nicht präzise zuordenbare Heiligenfigur Kümmernis.
Bis Juni läuft das aktuelle Programm. Für das kommende Fellowship-Jahr können sich KünstlerInnen und TheoretikerInnen noch bis 28. Jänner bewerben. (bunt)
Künstlerhaus Büchsenhausen
Focus Weeks 1: 18.–28.1.2022; Hybridveranstaltungen, alle Infos unter: buchsenhausen.at