„Der Mensch steht im Mittelpunkt“: Bildungshaus Osttirol sucht neue Leitung
Das Bildungshaus Osttirol setzt auf Digitalisierung und persönliche Kontakte. Suche nach neuer Leitung.
Von Christoph Blassnig
Lienz – Die Diözese Innsbruck sucht für das Bildungshaus Osttirol (BHO) eine neue Leitung. Gabriele Lehner, die zehn Jahre lang für die Geschicke der Einrichtung verantwortlich zeichnete, wechselt mit April in den Ruhestand. Die Stelle ist seit wenigen Tagen ausgeschrieben.
„Wir haben uns in der Pandemie wieder auf unser Kernthema konzentrieren können: Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ In den Jahren zuvor sei es zu sehr um Strukturen, Verwaltung, Qualitätsmanagement, Zertifizierungen und erst recht den Datenschutz gegangen, meint die Leiterin. „Wir haben unsere Kräfte zuletzt in die Digitalisierung und persönliche Kontakte investiert.“ Auf seiner Homepage bietet das Bildungshaus einen eigenen Podcast, wo zum Beispiel virtuelle Kulturreisen angeboten werden. Obwohl man wisse, dass nicht alle Veranstaltungen durchgeführt werden können, füllt das Team seinen Kalender so, als ob es keinerlei Einschränkungen gäbe. Nur die Hälfte aller Veranstaltungen fand im letzten Jahr dann auch tatsächlich statt. „Sämtliche Absagen haben wir telefonisch mitgeteilt und sind mit den Leuten dadurch im Gespräch geblieben. Das Gefühl, nicht allein zu sein, stärkt uns alle.“
Die Einrichtung der Diözese orientiere sich an christlich-sozialen Werten und schaffe zeitgemäße Möglichkeiten für Bildung und Begegnung durch achtsames Wahrnehmen von Bedürfnissen der Menschen in Gesellschaft und Kirche, heißt es in der Stellenausschreibung. Knapp 10.000 Teilnehmer würden die jährlich rund 500 Bildungsveranstaltungen in ganz Osttirol nutzen.
Das BHO wird von einem Unterstützungsverein mitgetragen. Obmann ist Erich Blaßnig, seine Stellvertreterin Erika Rogl. Knapp 400 Mitglieder leisten einen Jahresbeitrag von 15 Euro, alle 33 Gemeinden des Bezirks steuern weiters einen Beitrag von 50 Cent pro Einwohner bei. 44 Pfarren leisten noch einmal einen jährlichen Beitrag von 25 Cent pro Einwohner. Der Verein fördert mit diesen Geldern das Bildungshaus jährlich mit einer Summe von rund 40.000 Euro.
Eine große Chance sieht Lehner im geplanten Neubau beim Widum St. Andrä. „Wir wollen die Jugend ansprechen.“ Die neue Leitung erhalte die Gelegenheit, schon in der Planungsphase das Gebäude mitzugestalten.