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Innsbrucker „UND“-Magazin: Zuspruch allein reicht nicht

Das Innsbrucker „UND“-Magazin wurde bereits viel gelobt und zuletzt auch ausgezeichnet. Jetzt braucht es eine Erhöhung der Subventionen.

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Christina Mölk (li.) und Julia Scherzer geben seit 2015 das Magazin „UND“ heraus. Ende 2021 erhielten sie dafür den Arthur-Haidl-Preis.
© TT, Rita Falk

Von Joachim Leitner

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Innsbruck – Ende vergangenen Jahres wurde das Kulturmagazin UND mit dem Arthur-Haidl-Preis der Stadt Innsbruck ausgezeichnet. Das hochwertig gedruckte und gestaltete „Heft für Alternativen, Widersprüche und Konkretes“ leiste „einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der Innsbrucker Kulturlandschaft“, erklärte Kulturstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne). Das Preisgeld beträgt 5000 Euro. UND gibt es seit etwas mehr als sechs Jahren. 11 Ausgaben sind seither erschienen. Die erste kam 2015 zum fünften Geburtstag der Kulturbackstube Die Bäckerei heraus. Dort entsteht das Magazin bis heute. „Die Grundidee war es, das, wofür auch die Bäckerei steht, in eine gedruckte Zeitschrift zu übersetzen: Kreativität und Vielfalt. Alle, die mitmachen wollen, sollen auch die Möglichkeit dazu haben. UND ist eine Plattform, auf der Themen und Perspektiven Platz finden, die in tagesaktueller Berichterstattung zu kurz kommen“, sagt Christina Mölk, die das Konzept gemeinsam mit Julia Scherzer und Stefanie Blasy entwickelt und seither verfeinert hat.

Die Ausschreibung für die nächste UND-Ausgabe wurde dieser Tage veröffentlicht. Schwerpunktthema ist „Davon kann man leben!“ – verhandelt werden sollen nicht zuletzt Rolle und Stellenwert von Kunst und Kultur in krisenhaften Zeiten. Bis Ende Februar können Beiträge eingereicht werden. Formale Vorgaben gibt es wie bisher keine. „Alles, was druckbar ist, kann gedruckt werden“, sagt Mölk. 250 bis 300 Arbeiten – Texte, Illustrationen, Fotografien, Collagen – werden im Schnitt eingereicht. Etwa 50 schaffen es pro Ausgabe ins Heft. Das Netzwerk um UND ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Das Magazin strahlt weit über Tirols Grenzen hinaus. Rund 700 bis 1000 Exemplare pro Ausgabe werden verkauft. Auch digital wird UND vertrieben. Illustratorinnen und Illustratoren, die für UND exklusive Inserate entwarfen, arbeiten inzwischen regelmäßig für namhafte Unternehmen. „Da ist sehr viel Positives passiert, zu dem wir den Anstoß gaben“, sagt Christina Mölk.

Mit dem nächsten Thema spielt UND indirekt auch auf die eigene Situation an. Finanziell ist die Situation der Zeitschrift schwierig. „Wir haben intensiv an UND gearbeitet – und etwas aufgebaut, das sich sehen lassen kann und sich sehr gut entwickelt“, sagt Julia Scherzer. Nun habe man aber einen Punkt erreicht, an dem das Magazin auf eine stabilere Basis gestellt werden müsse. „Unsere Eigenleistung ist hoch, vieles machen wir ehrenamtlich. In den vergangenen sechs Jahren haben wir aus uns herausgeholt, was möglich ist“, ergänzt Mölk. Das nehme man eine Zeitlang in Kauf, „aber irgendwann geht es nicht mehr“. Mölk als auch Scherzer haben Familie. Bisweilen haben sie sich für die Arbeit an UND bereits Geld leihen müssen.

UND wird von Stadt und Land gefördert. Von der Stadt kriegt es eine Jahressubvention von 6500 Euro. Das Land fördert derzeit auf Projektbasis mit 6000 Euro. Das deckt etwas mehr als die Druckkosten. An eine von Interessenvertretungen seit Jahren geforderte gerechte Bezahlung von Kulturarbeit ist damit aber nicht zu denken. Scherzer und Mölk hoffen auf eine deutliche Erhöhung, sonst kann die Zeitschrift nicht in dieser Form weitergeführt werden. „Der Zuspruch für UND ist groß. Die Politik hat erkannt, dass wir einen Mehrwert für Tirol und Innsbruck darstellen, etwas, auf das man stolz sein kann. Aber dieser positiven Wahrnehmung müssen nun auch entscheidende Schritte folgen“, sagt Julia Scherzer. Mit der Stadt hat es zuletzt Gespräche über eine Erhöhung der Subvention gegeben – vorerst ohne Ergebnis. Auch das Land hat ein Treffen in Aussicht gestellt.


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