Trendwende in Sicht: Bevölkerung in Osttirol wächst wieder
Lienz – Ein neuer Trend scheint sich in Osttirol anzukündigen: Die fortgesetzte Abwanderung, die dem Bezirk seit den 1990er-Jahren zu schaffen macht, ist gestoppt. Mehr noch: Es gibt eine leichte Bevölkerungszunahme. Das zeigt die Bilanz, die die Wirtschaftskammer (WK) Lienz unlängst im Beisein von Tirol-Präsident Christoph Walser und Bezirksobfrau Michaela Hysek-Unterweger präsentierte. Mit 1.1.2021 lebten in Osttirol 76 Personen mehr als ein Jahr zuvor. Der Bevölkerungsstand in den 33 Gemeinden erhöhte sich somit auf 48.814 Menschen. Damit ist man zwar noch weit entfernt von den einst 50.000, doch es ist ein Anfang, hoffen Hysek-Unterweger und Bezirksgeschäftsführer Reinhard Lobenwein.
„Wir trauen uns noch nicht so ganz, uns zu freuen“, schränkt Lobenwein ein. „Wichtig ist jetzt, dass sich die Situation endgültig dreht und der Aufwärtstrend weitergeht.“ Ob das leichte Plus einen bestimmten Grund hat oder nur Zufall ist, ließe sich nicht mit Sicherheit sagen. „Dazu ist die Zahl von 76 Personen zu gering“, meint der WK-Geschäftsführer. Was beim Blick in die Wählerverzeichnisse allerdings auffalle: Es würden vergleichsweise viele EU-Bürger in Osttirol leben. Auch junge Familien seien gut vertreten.
Tatsache ist, dass die Osttiroler Wirtschaft sich trotz Corona außerordentlich gut entwickelt, meint Obfrau Hysek-Unterweger – freilich mit Ausnahme von Tourismus und Handel. „Schon 2018 und 2019 waren sehr gute Jahre. Und 2021 dürften wir das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben.“ Eindrucksvoll ist die – im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten – niedrige Arbeitslosenquote von 6,8 Prozent, die für 2021 erwartet wird. „Und im Sommer hatten wir mit 3,2 Prozent de facto Vollbeschäftigung und eine niedrigere Quote als Tirol gesamt.“ (co)