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Museale Brückenbauer in schwierigen Zeiten

Mit 21 Ausstellungen ist das heurige landesmuseale Jahr ein relativ „normales“. Die Besucherzahlen steigen, wenn auch auf niedrigem Niveau.

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Museumsdirektor Peter Assmann, flankiert vom Vorsitzenden des Museumsvereins, Franz Pegger, und Kulturlandesrätin Beate Palfrader.
© Rita Falk / Tiroler Tageszeitung

Von Edith Schlocker

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Innsbruck – Die Tiroler Landesmuseen seien – genauso wie alle Kulturbetriebe – in keiner Krise, so Kulturlandesrätin Beate Palfrader gestern im Rahmen der im Innenhof des Zeughauses präsentierten Vorschau auf das landesmuseale Ausstellungsjahr 2022. Angesichts der immer mehr zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft seien Kulturorte allerdings als Brückenbauer wichtiger denn je, die aktuellen Herausforderungen als Chance zu sehen. Was Flexibilität und Kreativität im Erfinden neuer Formate und Kooperationen erfordert. Etwa um neue Publikumsschichten in die musealen Häuser zu locken, was dem Ferdinandeum im vergangenen Jahr etwa durch die sensationelle Intervention durch das Künstlerkollektiv Gelitin wunderbar gelungen ist.

Museumsdirektor Assmanns Dank gilt dem Land für die finanzielle Nachjustierung in diesen „schwierigen Zeiten“. Jeden Tag, der möglich war, seien „seine“ fünf Häuser in den vergangenen zwei Jahren offen gewesen. Dass die intensiven Bemühungen um EinzelbesucherInnen nicht vergeblich waren, schlägt sich in der Besucherbilanz nieder, die 2021 im Vergleich zum Vorjahr ein auf den ersten Blick erstaunliches Plus von 65 Prozent aufweist. Was allerdings 39 Prozent bzw. 132.755 Besucher weniger als 2019 bedeutet. Wo das Ferdinandeum, die Hofkirche, das Volkskunstmuseum, das Zeughaus und Tirol Panorama insgesamt 342.996 Besucher hatten, die 2020 auf 126.901 schrumpften und 2021 immerhin 210.241 betrugen.

Das aktuelle Jahr wird mit 21 neuen Ausstellungen noch ein relativ „normales“ werden, bevor, „wenn alles gut geht“ (Assmann), also die musealen Umbaupläne von Landesregierung und Landtag abgesegnet werden, frühestens im Frühsommer 2023 mit dem Umbau des Ferdinandeums begonnen bzw. zwei Jahre später wiedereröffnet wird. In den zweieinhalb Jahren, in denen das landesmuseale „Flaggschiff“ geschlossen ist, will das Museum seine Fühler nach außen strecken, etwa durch Gastspiele im Vorarlberg Museum und Südtiroler Landesmuseum.

Abgeschlossen sind die Grabungsarbeiten im Zeughaus, die zum Leidwesen von Direktor Assmann zwar keine sensationellen Funde ans Tageslicht gebracht haben, aber man habe seine „wissenschaftliche Schuldigkeit getan“. Um in diesem Jahr im Zeughaus die längst fällige Neuordnung der Sammlung zur Tiroler Geschichte in Angriff zu nehmen. Mit der Weiherburg haben die Landesmuseen einen neuen externen Ausstellungsstandort und mit der Taxisgalerie eine neue Tochtergesellschaft.

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Vorgestellt wurden gestern aber nicht nur die musealen Zukunftspläne, sondern auch der neue Obmann des Museumsvereins, Franz Pegger. Seine Wahl sei angesichts seines jahrelangen Engagements im Verein als „Ausdruck von Kontinuität“ in einer für die Museen „prägenden Zeit“ zu sehen, so der gelernte Jurist. Seit 2006 bilden das Land Tirol und der Museumsverein, dem Sammlung und Liegenschaft des Ferdinandeums gehören, eine Betriebsgesellschaft.

Highlights des landesmusealen Ausstellungskalenders für 2022

Ferdinandeum: Martin Kippenberger & Reise zu einem anderen Kontinent (3. 6.–4. 9.); Maria Lassnig. Das grafische Werk (24. 6.–2. 10.); Ausstellungsdesign. René d’Harnoncourt für das MoMA (2. 9.–26. 2. 2023); In Obhut genommen & Die Kunst der Kunst. Die Schenkung Essl & Manierismus in den Niederlanden (21. 10.–29. 1. 2023); Arttirol. Kunstankäufe des Landes 2016–2021 (21. 10.–29. 1. 2023); Im Detail. Konservierungswissenschaft und Restaurierung heute (25. 11.–30. 4. 2023).

Volkskunstmuseum: Ostern feiern – hier und anderswo (4. 3.–24. 4.); 100 Jahre Tiroler Genbank (29. 4.– 30. 10.); Wir Tiroler sind lustig. Die Rolle der Volksmusik für den Tourismus (10. 6.–27. 11.); As en Bersntol. Über ein mehrsprachiges Tal im Trentino (12. 8.–20. 11.).

Zeughaus: ... Uuund Schnitt. Film und Kino in Tirol. (22. 4.– 2. 10.); Geld macht Geschichte. Römische Münzen erzählen (2. 12.–8. 10. 2023).

Tirol Panorama: Freiherr von Rossbach. Die Zeit des Biedermeier am Bergisel (14. 10.–8. 5. 2023).

Weiherburg: Alpine Grenzgänger. (1. 4.–28. 2. 2023).


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