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Der Kitz-Favoritencheck: Wie die Raubtiere auf der Gamsjagd

Wind, Wetter und neuer Streckenführung zum Trotz jagen allen voran die Top-Stars heute (11.30 Uhr, ORF 1) auf der Streif 100.000 Euro Sieger-Preisgeld. Und mehr als das: den größten Ruhm als Abfahrer.

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Der seit Jahren in Tirol lebende Schweizer Beat Feuz raste im Vorjahr in beiden Kitzbühel-Abfahrten zum Sieg und stellte seine beiden goldenen Gämsen auf die Fensterbank seines Hotelzimmers.
© gepa/Steiner

Von Max Ischia und Roman Stelzl

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🟢 Beat Feuz: Am Freitag und Samstag zwei Podestplätze in Wengen, am Montag bei der Geburt von Tochter Luisa in Tirol und am Mittwoch schon wieder beim Training auf der Streif: Es verwundert kaum, dass der in Oberperfuss wohnhafte Schweizer derzeit von „wilden Rennwochen“ spricht. Die Anstrengung der vergangenen Tage soll vergessen sein wie das Ränkespiel rund um die Sondergenehmigung für Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr. Nach dem Doppel-Erfolg in den Kitz-Abfahrten des Vorjahres meinte Feuz, alle Baustellen seien vorbei. Mit dieser Gewissheit startet der 34-Jährige auch die Jagd nach der historischen fünften Abfahrts-Kugel in Serie, warten nach Kitz ja nur noch zwei Rennen.

🟢 Vincent Kriechmayr: Im Vorjahr hätte der spätere Doppel-Weltmeister am liebsten ein kleines Sternchen hinter seinen Super-G-Erfolg in Kitzbühel gesetzt. Wie viel dem Oberösterreicher dieser Triumph auch bedeutete, so sehr liebäugelte er sogleich mit einem Erfolg auf der Streif-Abfahrt. Nach dem Wengen-Sieg kommt der 29-Jährige mit breiter Brust in die Gamsstadt, ein verpatzter und ein mäßiger Trainingslauf sagen nichts aus, zumal gerade Kriechmayr ein Spezialist für eine Strecke mit neuen Elementen (Hausberg) ist. Und das dürfte noch spannender werden, wenn das Schlechtwetter wie gestern für eine Verkürzung sorgt: „Wenn wir von der Alten Schneise starten, gibt es ein Gemetzel.“

📽️ Video | Die Szenarien für die Kitz-Abfahrt:

🟢 Matthias Mayer: Vor zwei Jahren beendete der „Mothl“ mit seinem Streif-Triumph die ÖSV-Durststrecke und krönte damit seine Karriere mit dem Sieg in der prestigeträchtigsten Abfahrt. Der Doppel-Olympiasieger, der nach 2014 (Abfahrt) und 2018 (Super-G) auch im Februar in Peking zuschlagen will, fährt heuer mehr noch im Super-G als in der Abfahrt eine starke Saison. Mit den Rängen zwei und sechs in den Trainingsläufen positionierte sich der 30-jährige Kärntner als bester ÖSV-Athlet. Gerade der etwas technischer zu fahrende Hausberg könnte Mayer heute und am Sonntag zugutekommen. „Es fahren viele auf hohem Niveau. Wenn irgendwo ein Rutscher zu viel ist, bist du nicht mehr dabei.“

🟢 Dominik Paris: Immer dann, wenn es um Kitzbühel geht, steht der Familienvater aus dem Ultental ganz oben auf der Favoritenliste. Der Stelvio-Spezialist, der in Bormio im Dezember zum sechsten (!) Mal die Abfahrt gewann, liebt schwierige Strecken wie jene unter dem Hahnenkamm. Und genau das sorgte beim 32-jährigen Südtiroler auch für so viel Ärger. „Die Streif ist jetzt nicht mehr ganz so schwierig zu fahren“, monierte Paris angesichts der neuen Linienführung vor der Traverse. Dass Streif aber Streif bleibt, ist unbestritten – zumal das Wetter ja als großer Spielverderber droht. Doch geht alles auf, dann könnte der dreifache Abfahrtssieger in Kitzbühel gar Rekordhalter Didier Cuche einholen.

🟢 Aleksander Aamodt Kilde: Die Saison 2021/22 soll die große des in Arzl bei Innsbruck wohnhaften Norwegers werden. Mit fünf Saisonsiegen sagt der 29-jährige Ex-Gesamtweltcupsieger (19/20) dem Schweizer Alleskönner Marco Odermatt den Kampf um die große Kugel an – und nach dem Triumph in der (verkürzten) Abfahrt von Wengen könnte Kilde exakt eine Woche später heute zum ersten Mal die wichtigste Abfahrt des Weltcupwinters gewinnen. Die Trainings-Bestzeit bugsierte den Freund von US-Ski-Star Mikaela Shiffrin schon mal in die Favoritenrolle. „Ein Streif-Sieg gehört zu den größten Erfolgen, die man feiern kann“, sagte Kilde. Landsmann Aksel Lund Svindal ist er nie gelungen.

🟢 Christof Innerhofer: Da war er also wieder, der unverwüstliche Südtiroler, der zwischen den Auftritten als Weltmeister, Unterwäsche-Modell und Weltcupsieger viele Tiefs erlebte. Aber nun ist der 37-Jährige wieder da – und mit der Trainingsbestzeit im zweiten Testlauf darf man Innerhofer mit auf die Geheimtipp-Liste nehmen. Ebenso wie den 41-jährigen französischen Altmeister Johan Clarey, der im Vorjahr Vierter und Zweiter war – oder den für den DSV startenden Tiroler Hausherren Romed Baumann. In die Rolle des gefährlichen Außenseiters schlüpfen indes der Schweizer Niels Hintermann und sein Landsmann Marco Odermatt. Aber gerade heute muss man ganz viele auf der Rechnung haben.


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