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Zverev und Nadal nur noch einen Sieg vom direkten Duell entfernt

Während bei den Herren die Favoriten mehr oder weniger souverän ins Achtelfinale einzogen, musste bei den Damen Titelverteidigerin Naomi Osaka die Segel streichen.

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Alexander Zverev zog souverän in die nächste Runde ein.
© MICHAEL ERREY

Melbourne – Nur noch je ein Sieg trennt den 20-fachen Major-Sieger Rafael Nadal und Olympiasieger Alexander Zverev von dem prognostizierten Viertelfinal-Schlager der Australian Open gegeneinander. Nadal gab in der Night Session am Freitag in Melbourne gegen den Russen Karen Chatschanow zwar seinen ersten Satz ab, überzeugte aber. Zverev ließ dem Qualifikanten Radu Albot aus Moldau beim 6:3,6:4,6:4 keine Chance und bleibt beim ersten Tennis-Grand-Slam-Turnier 2022 ohne Satzverlust.

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Zverev trifft im Kampf um das Viertelfinale nun auf den Kanadier Denis Shapovalov, der den US-Amerikaner Reilly Opelka in vier Sets eliminierte. Der Deutsche war nach seinem dritten Auftritt nicht ganz zufrieden wie er auch auf dem Platz u.a. mit einem Schlägerwurf gezeigt hatte. "Ich habe mich nicht perfekt gefühlt - aber wer ist perfekt? Am Ende habe ich gewonnen und ich bin glücklich darüber", sagte der 24-Jährige. "Hoffentlich werden es noch vier gute Matches für mich." Zverev ließ damit einmal mehr durchblicken, dass er klar seinen ersten Major-Titel anvisiert.

Für Nadal gab es nach dem 6:3,6:2,3:6,6:1 und einem besonders starken vierten Satz wenig zu meckern. "Ich habe gegen einen starken Spieler gespielt, das war sicher seit meinem Comeback mein bestes Match", freute sich der Spanier. "Abende wie diese bedeuten mir alles, das gibt mir viel Energie, um weiterzukämpfen. Ich bin superhappy." Nadals nächster Gegner wurde erst weit nach Mitternacht zwischen dem Vorjahres-Halbfinalisten Aslan Karazew und dem Franzosen Adrian Mannarino ermittelt.

4:10-Stunden-Epos zwischen Berrettini und Alcaraz

Einen 4:10 Stunden währenden Thriller lieferten einander der als Nummer 7 gesetzte Italiener Matteo Berrettini und Spaniens Jungstar Carlos Alcaraz. Der immer noch 18-Jährige kämpfte sich zwar nach 0:2-Satzrückstand in den fünften Satz, doch in diesem setzte sich der Wimbledon-Finalist aus dem Vorjahr im Tiebreak mit 10:5 durch. Beim ersten Major des Jahres gibt es seit einigen Jahren ein Tiebreak bis mindestens zehn Punkte im Entscheidungssatz.

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"Es ist unglaublich", lobte Berrettini den jungen Gegner noch auf dem Court. "Er spielt sehr beeindruckend und zeigt es mit Matches wie diesen. Zum Glück habe ich heute gewonnen, aber ich gratuliere ihm." Er trifft nun auf den Spanier Pablo Carreno Busta, der die US-Hoffnung Sebastian Korda mit 6:4,7:5,6:7(6),6:3 besiegte.

Titelverteidigerin Naomi Osaka verabschiedete sich vorzeitig aus dem Turnier.
© WILLIAM WEST

Bei den Frauen platzte in der Night Session der programmierte Achtelfinal-Hit: Zwar setzte sich die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty in einer Stunde klar gegen Camila Giorgi (ITA) mit 6:2,6:3 durch, doch danach strauchelte die Titelverteidigerin. Naomi Osaka, die derzeit bestbezahlte Sportlerin der Welt, musste sich im Krimi gegen die US-Amerikanerin Amanda Anisimova nach 2:15 Stunden mit 6:4,3:6,6:7 (5/10) geschlagen geben. Besonders bitter für Osaka: Sie vergab bei 5:4 im dritten Satz zwei Matchbälle.

Für Osaka läuft es seit dem Titel in Melbourne vor einem Jahr nicht gut: Nach den US Open im vergangenen September hatte sich die vierfache Grand-Slam-Turniersiegerin vom Tennis zurückgezogen und eine längere Pause eingelegt. Zuvor hatte sie Depressionen öffentlich gemacht. Anfang Jänner kehrte die 24-jährige Japanerin nach einer vier Monate langen Auszeit auf die Tour zurück.

"Es zeigt, dass die Auslosung oft nicht so kommt wie ihr denkt, oder?", sagte Barty schmunzelnd. Sie hätte gerne gegen Osaka gespielt, aber "Amanda hat ein fantastisches Turnier gespielt. Es wird ein aufregendes Match." Osaka nahm es gelassen: "Ich habe um jeden Punkt gekämpft, darüber kann ich nicht traurig sein. Ich bin nicht Gott! Ich kann nicht jedes Match gewinnen." Für sie sei der Auftritt nach all ihren Schwierigkeiten ein großer Schritt gewesen.

Schon zuvor hatten sich die Nummern 4, 5 und 8 für die Runde der letzten 16 qualifiziert: Die Tschechin Barbora Krejcikova, die Griechin Maria Sakkari und die Spanierin Paula Badosa stehen nach Siegen über Jelena Ostapenko, Veronika Kudermetowa bzw. Marta Kostjuk im Achtelfinale. Auffällig war der glatte 6:0,6:2-Erfolg der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Victoria Asarenka aus Belarus, die der als Nummer 15 gesetzten Ukrainerin Elena Switolina beim 6:0,6:2 gar keine Chance ließ. Asarenka hat in Melbourne 2012 und 2013 ihre zwei Major-Titel geholt. (APA)


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