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Drohbrief löste Großeinsatz in der Innsbrucker Innenstadt aus

Ein Zettel, auf dem eine Gewalttat angekündigt wurde, sorgte am Freitag für Aufregung in der Innenstadt. Die Polizei sucht nun den Täter, der die Botschaft im Briefkasten einer Volksschule deponiert hat.

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Schwer bewaffnete Polizisten und Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams bei der Absperrung am Eingang der Angerzellgasse.
© ZEITUNGSFOTO.AT/DANIEL LIEBL

Von Thomas Hörmann

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Innsbruck – Eigentlich war’s nur ein Zettel. Doch der genügte, um am Freitagvormittag einen Großeinsatz in der Innsbrucker Innenstadt auszulösen. Der Grund war die Botschaft auf dem Stück Papier. Und die enthielt laut Polizeibericht eine „allgemeine, gefährliche Drohung“, die sich gegen die Volksschule in der Angerzellgasse richtete. Der Drohbrief ist am frühen Vormittag im Postkasten der Schule entdeckt worden. Wer den Zettel dort deponiert hat, ist unklar. „Der Verfasser des Schriftstücks ist unbekannt, die Ermittlungen laufen“, sagt dazu Polizei-Sprecher Christian Viehweider.

Die Direktorin habe umgehend die Polizei und im Lauf des Vormittags auch die betroffenen Eltern informiert, teilt Landesbildungsdirektor Bernhard Deflorian mit. Der Auftakt für den Großeinsatz: Ab etwa neun Uhr riegelten „etwa 50 Beamte von den Wachzimmern, den Schnellen Reaktionskräften und der Cobra die Angerzellgasse ab“, schildert Viehweider. Auch Feuerwehr und Rettungskräfte bezogen in der Innenstadt Position. Vor dem Landestheater wurde eine provisorische Einsatzleitung eingerichtet. Auch ein Kriseninterventionsteam stand bereit, um Eltern und Kinder gegebenenfalls zu beruhigen. Für Passanten und Verkehrsteilnehmer gab es in der Angerzellgasse vorerst kein Durchkommen.

📽️ Video | Polizeigroßeinsatz wegen Drohung bei Innsbrucker Schule

Dann nahmen Polizeibeamte die Volksschule und auch das benachbarte Gymnasium unter die Lupe. Dabei sei aber nichts Bedrohliches festgestellt worden, sagt der Polizeisprecher. „Daher war auch die bereits vorbereitete Evakuierung der Schülerinnen und Schüler samt Lehrpersonen mit bereitstehenden IVB-Bussen nicht notwendig“, ergänzt der für die Sicherheit zuständige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber. So wurde der Unterricht für die etwa 200 Volksschüler und 500 Gymnasiasten fortgesetzt. Gegen Mittag holten die Eltern die Kinder von der Schule ab. Der Polizeieinsatz war damit aber noch nicht beendet. „Wir haben die Sicherungs- und Schutzmaßnahmen auch noch am Nachmittag aufrechterhalten. Für einige Schüler war der Unterricht ja noch nicht zu Ende“, so Viehweider weiter.

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Als die Schulen endgültig schlossen, wurden die Gebäude noch einmal, und diesmal genauer, von den Polizeibeamten durchsucht. „Während des Unterrichts war das ja nur eingeschränkt möglich“, sagt der Polizeisprecher. Konkrete Hinweise auf den Täter ergaben sich vorerst nicht. Über den genauen Inhalt des Drohbriefs hielt sich die Polizei aus kriminaltaktischen Gründen bedeckt. Durchgesickert ist allerdings, dass der Verfasser eine Gewalttat angekündigt hat. „Eine Bombendrohung war’s aber nicht“, schränkt Viehweider ein.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.
© zeitungsfoto.at

Dominik Oberhofer, Klubobmann der NEOS und Vater eines betroffenen Schülers, deutete einen Zusammenhang mit Impfgegnern an. „Wir sind sehr schockiert darüber, welche Ausmaße mittlerweile die Spaltung in der Gesellschaft annimmt. Nicht nur, dass Handelsangestellte mittlerweile täglich mit Übergriffen von Impfgegnern konfrontiert sind, jetzt erreicht das alles eine neue und erschreckende Dimension“, fordert Oberhofer Bannmeilen um Schulen und Kindergärten während Demos von Impfskeptikern.

Viehweider kann die Theorie des NEOS-Chefs allerdings nicht bestätigen. „Wir haben keinerlei Hinweise, die in diese Richtung gehen.“ Ebenso gut sei es möglich, dass sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt habe. Die Ermittlungen führte zunächst die PI Saggen, später die Kriminalpolizei.


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