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„Miss Saigon“ im Raimund Theater: Blockbuster als Punktlandung

Glanzvolle Galapremiere des Musical-Welthits „Miss Saigon“ im runderneuerten Raimund Theater.

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Must und Markenzeichen von „Miss Saigon“: der Militärhubschrauber im Anflug.
© Johann Persson

Wien – Es liegt in der Natur des Genres Musical, eher zu klotzen als zu kleckern – für „Miss Saigon“, das am Sonntag nach Corona-bedingter Verschiebung endlich seine Premiere im frisch renovierten Wiener Raimund Theater feiern durfte, trifft das ganz besonders zu.

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Beeindruckende Bühnen- und Lichteffekte, bombastischer Klang, aufwändige Kostüme, eine riesige Besetzung und nicht zuletzt die als Markenzeichen des Musical-Erfolges von Alain Boublil (Buch und Liedtexte), Claude-Michel Schönberg (Musik) und Produzent Cameron Mackintosh geltende legendäre Landung eines Hubschraubers auf der Bühne machen neugierig auf diese in deutscher Fassung (Michael Kunze) präsentierte, von Puccinis „Madama Butterfly“ inspirierte Liebesgeschichte zwischen der Vietnamesin Kim und dem US-Soldaten Chris.

Die 24-jährige Newcomerin Vanessa Heinz und Oedo Kuipers, der am Raimund Theater als Mozart im gleichnamigen Musical große Erfolge feiern konnte, verkörpern mit viel Emotion die beiden jungen Menschen, deren Aufeinandertreffen im Vietnamkrieg, kurz vor dem Fall Saigons 1975, tragisch enden wird. Dramatisch ist die Szene, wenn Chris den Evakuierungs-Hubschrauber besteigen muss, nicht zuletzt, weil man sich der erschütternden Ereignisse rund um den US-Truppenabzug aus Afghanistan im vergangenen Jahr erinnert.

Kim muss zurückbleiben, bringt Chris’ Kind zur Welt und wird zur Mörderin an einem kommunistischen Kommissar. An ihrem Zufluchtsort Bangkok schließlich wird sie Chris wiedersehen, ihm das gemeinsame Kind anvertrauen und ihrem Leben ein Ende setzten.

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Dramaturgisch geschickt lösen einander intime Beziehungs- wie Gesprächssequenzen und Massenszenen mit perfekt abgestimmtem Showcharakter ab. Dabei nimmt sich Christian Rey Marbella in der Rolle des schmierigen Nachtclub-Besitzers „Engineer“ beherzt die Bühne und erntet im Verein mit dem prächtigen Ensemble vor allem für „American Dream“, das heftig mit dem Sound von „Cabaret“ kokettiert, Zwischenapplaus. Stimmlich herausragend ist James Park als Kommissar Thuy, auch Abla Alaoui als Chris’ amerikanische Ehefrau Ellen überzeugt.

Nicht unbedingt Musical-typisch ist dieser Ausflug in die jüngere Zeitgeschichte. In eine blendende Show mit innigen Momenten verpackt ist „Miss Saigon“ dennoch gute und vom Premierenpublikum mit Standing Ovations bedachte Unterhaltung mit Nachdenkfaktor. (lietz)


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