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„YesWeCare“-Initiatoren: „Klatschen reicht nicht aus“

Arbeiterkammer und Gewerkschaft unterstützen die Forderungen der „YesWeCare“-Initiatoren an die Regierung und die Oppositionsparteien.

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Teiber und Landau wollen mit möglichst vielen Petitionsunterschriften den Druck auf die Politik erhöhen: „Worten müssen Taten folgen.“
© APA/Punz

Von Karin Leitner

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Wien – Einen Lichterkranz hat es am 19. Dezember in der Wiener Innenstadt gegeben. Fast 40.000 Menschen haben ihn gebildet – initiiert unter dem Titel „YesWeCare“ vom Wiener Daniel Landau und dem Innsbrucker Roman Scamoni. Gedacht wurde der an oder mit Covid Verstorbenen – und jenen gedankt, die im Gesundheitsbereich werken. Derlei Aktionen in anderen Städten folgten.

Bei Symbolik wollten es Landau und Scamoni nicht bewenden lassen. Sie formulierten eine Petition mit Begehrlichkeiten an Politiker aller Couleur (die TT hat berichtet) – zu den Themen Gesundheit, Pflege, Bildung, Kultur und Wirtschaft. Bis dato haben sie online 15.000 Leute unterzeichnet. Letztlich „eine sechsstellige Zahl, also 100.000“, sei sein „Traum“, sagt Landau. AK-Präsidentin Renate Anderl und GPA-Chefin Barbara Teiber unterstützen Landaus und Scamonis Anliegen.

„Die Stimmung kippt"

In puncto Bildung wird in Kindergärten eine andere Größenordnung verlangt, maximal sieben Kleine sollten unter der Obhut einer Person sein, nicht bis zu 25 in einer Gruppe. „Da ist Pädagogik nicht möglich“, befindet Teiber. Die Krise habe vieles sichtbar gemacht, „was schon lange im Argen liegt“, sagt Anderl. Auch bei der Pflege. Mit Reformankündigungen sei es nicht mehr getan, konstatiert Teiber: „Die Stimmung kippt.“ Viele Pflegekräfte hätten den Job gewechselt, etliche hätten das vor – dabei steige der Bedarf enorm. Bessere Arbeitsbedingungen, höhere Löhne seien nötig. Um dahin zu kommen werde es „harter Auseinandersetzungen“ bedürfen, sagt Teiber. „Die Kollegen im Gesundheitsbereich können diese Auseinandersetzungen führen, das wurde bereits bewiesen. Klatschen und Kerzenanzünden reicht nicht aus.“

Teiber verweist auch darauf, dass viele Handelsangestellte „angstvoll in die Arbeit gehen, weil sie – wenn sie von Kunden das Maskentragen oder den 2-G-Nachweis einfordern – angepöbelt und attackiert werden“. Solidarität, Respekt, parteiübergreifendes Handeln fordern Anderl, Teiber und Landau ein. Dieser sagt: „Das Land ist nicht gespalten. Es gibt aber Risse. Und politische Kräfte, die Gräben vorantreiben.“

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Sind weitere Lichterkränze geplant? „Ich glaube, dass es eine solche Aktion noch einmal geben wird. Möglicherweise im März.“


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