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Gewerkschaft gegen 2G-Pflicht: „Beschäftigte sind nicht Hilfspolizei“

Die Gewerkschaft fordert ein Ende der 2G-Kontrollen im Handel. Aggressive und ungehaltene Kundinnen und Kunden seien für die Beschäftigten eine enorme Belastung. Der Handelsverband fordert ein Ende der 2G-Restriktionen.

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Seit 11. Jänner muss der Handel die Einhaltung der 2G-Regel kontrollieren. Gibt es keine Securitys dafür, fällt diese Aufgabe auf die Handelsangestellten ab.
© GEORG HOCHMUTH

Wien – Die Forderungen nach einer Lockerung der Corona-Maßnahmen mehren sich von allen Seiten. Nun hat auch die Gewerkschaft insbesondere die verpflichtenden 2G-Kontrollen im Handel kritisiert und für eine Abschaffung plädiert. "Die Beschäftigten können nicht mehr länger Hilfspolizei sein", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der Gewerkschaft GPA, Martin Müllauer, am Mittwoch. Zu Wochenbeginn hat bereits der Handel eine Abschaffung der 2G-Kontrollen gefordert.

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Seit 11. Jänner muss der Handel die Einhaltung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) in den Geschäften kontrollieren. Sieht man von großen Ketten ab, die dafür eigene Securitys abgestellt haben, übernehmen die Kontrollen die Handelsangestellten selbst.

Kundschaft zunehmend aggressiv

Zunehmend aggressive und ungehaltenen Kundinnen und Kunden würden für die Beschäftigten eine enorme Belastung darstellen, die auf Dauer unzumutbar sei, räumte die Vorsitzende der GPA, Barbara Teiber, am Mittwoch in einer Aussendung ein. Durch die allgemeine Impfpflicht und einer veränderten epidemiologische Entwicklung sei auch der Sinn dieser Maßnahme im Handel zu hinterfragen.

Beide Sozialpartner betonten, dass der Handel mit Maßnahmen wie Maskentragen und Abstand halten weiterhin zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitrage. "Eine spezielle Kontrolle im Handel ist nicht sinnvoll und nicht mehr notwendig", so Müllauer.

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Handelsobmann fordert Ende von 2G im Handel

Handelsobmann Rainer Trefelik forderte am Mittwoch ein Ende der 2G-Kontrollen im Handel ab Montag, nachdem die Regierung kurz davor das Ende des "Lockdown für Ungeimpfte" mit 31. Jänner verkündet hatte. Man könne nicht das eine für beendet erklären, aber weiter Händler und Handelsmitarbeiter zu Kontrollen zwingen. Einen Tag später gebe es ohnedies die Impfpflicht.

Der Handelsverband geht noch einen Schritt weiter und verlangt gleich das "Aus" für das 2G-Regime im Handel selbst, obwohl das vom Ende des Lockdowns für Ungeimpfte zunächst unberührt bleibt. Der Handel sei "ein Safespot, kein Hotspot", das beweise jeden Tag der Lebensmittelhandel, in dem sicheres Einkaufen für alle Menschen möglich sei.

Hoteliers für Ende der Sperrstunde

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) forderte einen Entfall der vorgezogenen Sperrstunde, wenn der Lockdown für Ungeimpfte am Montag endet. Dann dürften Geimpfte und registrierte Hotelgäste nicht länger bevormundet werden, wenn keine Überlastung der Spitalskapazitäten drohe.

Für die UNOS, den Wirtschaftskammer-Flügel der NEOS, ist das von der Regierung heute angekündigte Ende des Lockdowns für Ungeimpfte "ein Etikettenschwindel". Durch die immer noch vorherrschende 2G-Regel ändere sich für die Ungeimpften de facto nichts. Auch UNOS-Bundessprecher Michael Bernhard fordert die Abschaffung der vorgezogenen Sperrstunde.

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Wien forderte ebenfalls ein Aus für die 2G-Regel im Handel sowie eine Aufhebung der vorgezogenen Sperrstunde. Der Wiener SWV-Präsident Marcus Arige kritisierte in einer Aussendung, dass sich die Bundesregierung "gerade einmal" dazu durchgerungen habe, den "unverhältnismäßigen" Lockdown für Ungeimpfte zu beenden. Doch dies gehe nicht weit genug, befand er. Denn die Lage würde sich "allmählich entspannen", viele Maßnahmen könnten aufgehoben werden.

Er sprach sich auch für das Ende der 2G-Regel in den Geschäften aus. "Angestellte klagen zunehmend über Anfeindungen und enormem Druck. Der Einzelhandel und die Belegschaften haben in den letzten beiden Jahren vielerorts stark gelitten." Auch die Aufhebung der Sperrstunde in der Gastronomie sei ein "Gebot der Stunde". Diese bei 22.00 Uhr beizubehalten prolongiere die "faktenbefreite mutlose Politik der Bundesregierung", die tausende Wiener Gastronomiebetriebe ausbaden müssten. (APA)


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