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Adoleszenz-Tagesklinik bietet Hilfe in der Übergangskrise

Die Adoleszenz-Tagesklinik an der Innsbrucker Psychiatrie versorgt Patienten von 16 bis 25 Jahren. Die Anfragen steigen.

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In welche Richtung geht’s? Der Weg ins Erwachsenenalter ist kein leichter und oftmals von Krisen gepflastert.
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Innsbruck – Seit einem Jahr gibt es an der Innsbrucker Psychiatrie II Österreichs einzige Tagesklinik für Adoleszenz. Ziel ist es, jungen Menschen von 16 bis 25 Jahren in Entwicklungskrisen zu helfen, die oft in der Übergangszeit zum Erwachsenenalter entstehen (die TT berichtete).

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Bisher wurden 65 Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen wie Angst, Stress, Trauma oder Essstörungen versorgt. „Die Anfragen mehren sich, mittlerweile gibt es eine Wartezeit bis April, 15 Patienten stehen auf der Warteliste“, betont Kathrin Sevecke, Direktorin der Kinder-und Jugendpsychiatrie Hall und Innsbruck.

Die Tagesklinik wird gemeinsam von der Erwachsenen-Psychiatrie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie betrieben. Die Patienten bleiben fünf Tage die Woche von 8 bis 16 Uhr in der Klinik. Die Behandlungsdauer liegt meist bei zwölf Wochen. (Kontakt: +43 50504-270 81)

Bereits vor Corona habe sich gezeigt, dass die „Patienten in der Tagesklinik für Erwachsene immer jünger werden“, erklärt Barbara Sperner-Unterweger, Direktorin der Innsbrucker Uniklinik für Psychiatrie II. Die Herausforderungen für junge Menschen seien in den letzten 15 Jahren gestiegen. „Familien sind anders aufgestellt, Bewegung und Aktivität haben sich geändert. Hinzu kommt der verstärkte Konsum sozialer Medien und die rasche Verbreitung von Nachrichten. Man weiß, dass Instagram das Risiko für Essstörungen erhöht“, betont Sevecke. Außerdem hätte sich die Adoleszenz-Phase verlängert. Jugendliche wohnen heute – u. a. aus finanziellen Gründen – länger zuhause. Das könne ebenfalls zu Konflikten führen.

Auch beim 8. (Online-)Kinder- und Jugendpsychiatriekongress am 28. und 29. Jänner steht die Transition im Vordergrund. Unter anderem wird das Thema Home-Treatment Teil eines Vortrages sein. Das heißt, dass das Behandlungsteam psychiatrische Patienten zuhause versorgt. Eine Art der Behandlung, die sich Sevecke durchaus auch in Innsbruck vorstellen könnte. (nic)


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