Entgeltliche Einschaltung

Nach Herzinfarkt: Implantierbarer Monitor erkennt Komplikationen

Eine technische Neuerung soll die Nachsorge von Herzinfarkten bald risikofreier überwachen. Laut einer Studie unter wesentlicher Beteiligung der Innsbrucker Med Uni könnte ein winziger Monitor Komplikationen schneller erkennen.

  • Artikel
  • Diskussion
In der wissenschaftlichen Studie spürte das Gerät bei 60 von 201 Patienten schwere, meist jedoch asymptomatische Rhythmusereignisse auf.
© Florian Lechner

Innsbruck – Gute wissenschaftliche Nachrichten gibt es für Menschen nach einem überstandenen Herzinfarkt: Ein kleiner, implantierbarer Monitor unter der Haut erkennt bei Patienten nach einem Herzinfarkt frühzeitig Vorboten gefährlicher Komplikationen, informierte die Medizinische Universität Innsbruck am Mittwoch.

Entgeltliche Einschaltung

Die Studie von Axel Bauer, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III an der Med Uni Innsbruck bezieht sich auf Daten aus 33 Herzzentren in Deutschland und Österreich. Sie habe gezeigt, dass das Implantat der herkömmlichen Nachsorge deutlich überlegen ist. Gewöhnliche Nachsorgeuntersuchungen können drohende Komplikationen wie akute Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder erneute Herzinfarkte oft nicht rechtzeitig erkennen, so Bauer und sein Team. Das Fachjournal Lancet Digital Health veröffentlichte die Forschungsarbeit.

Das telemedizinische Verfahren bringt offenbar wesentliche Vorteile: Das implantierbare Gerät – ein winziger Herzmonitor – spürte laut den Forschern innerhalb von 21 Monaten bei 60 von 201 Patientinnen und Patienten schwere, meist jedoch asymptomatische Rhythmusereignisse auf. Im Rahmen der üblichen Nachsorge konnte hingegen im selben Zeitraum in der Kontrollgruppe, lediglich zwölf derartiger Ereignisse entdeckt werden. "Die Kernaussage ist, dass der Monitor sehr empfindlich gefährliche, jedoch asymptomatische Rhythmusereignisse detektiert, die wiederum Vorboten schwerer klinischer Ereignisse sind. Schwere Probleme können somit viel frühzeitiger erkannt und Hochrisikopatienten zukünftig besser behandelt werden", erklärte Bauer.

Der Monitor ist nach Angaben des Experten vor allem für die große Gruppe von Betroffenen mit einer mittleren Pumpleistung von besonderer Bedeutung, für die es bisher keine spezifischen Vorsorgemaßnahmen gebe. Bei dem Herzmonitor handelt sich dabei um ein passives Gerät, das elektrische Information des Herzens kontinuierlich über mehrere Jahre aufzeichnet. Gefährliche Rhythmusstörungen würden automatisch erkannt und telemetrisch an ein Zentrum übermittelt.

Der Forschungsarbeit sei damit noch nicht genug getan: Zukünftige Studien müssen nun klären, inwieweit sich durch diese telemedizinische Strategie auch langfristig die Prognose der Betroffenen verbessern lasse. (APA, TT.com)


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung