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Aus dem Leben des Basti, Millionär und Fußballgott

Schriftsteller Martin Suter versucht sich an einer harmlosen Nacherzählung der Laufbahn von Ex-Bayern-Kicker Bastian Schweinsteiger.

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Immer freundlich gemeint. Martin Suter (l.) hat ein Buch über Bastian Schweinsteiger geschrieben.
© Marco Grob

Von Markus Schramek

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Innsbruck – Den Schweizer Bestsellerautor Martin Suter und Deutschlands 2019 emeritierten Fußballstar Bastian Schweinsteiger mag manches verbinden: eine Vorliebe für feinstes Anzugstuch beispielsweise, ein nicht zu knappes Haben auf dem Konto, weltmännisches, strahlelächelndes Auftreten.

Beruflich kamen die beiden einander bis vor Kurzem nicht in die Quere. Schweinsteiger liest nach eigenem Bekunden „lieber tausend Fußballspiele als ein Buch“. Suter machte sich als Verfasser krimiesker Romane einen Namen. Jetzt wagt sich der Autor auf fremdes, mitunter rutschiges Terrain. „Einer von euch“, Suters jüngster Wurf, ist ein „biografischer Roman“ auf Basis der Vita des heute 37-jährigen Schweinsteiger.

Im Plauderton schildert Suter auf sehr vielen Seiten „Wahres und fast Wahres“, alles sei „immer freundlich gemeint“. Und so liest es sich auch. Anekdötchen reiht sich an Episödchen, und bald schon stellt man sich die Frage: Wozu? Hardcore-Fans werden kaum Neues erfahren über den medial bis in jeden Winkel ausgeleuchteten Sportler. Der Rest der lesenden Welt kann die Nebengeräusche des geschilderten Promi-Daseins wohl nur schwer ertragen. Profi-Fußball ermöglicht Schweinsteiger und Konsorten ein Leben in Saus und Braus nach dem Motto: Was kostet die Welt?

Sündteurer Sportwagen, schickes Eigenheim, Stammplatz in angesagten Lokalen. Suter bedient anhand von Schweinsteiger jedes Kicker-Klischee. Kein Wunder, dass einer wie er als „Fußballgott“ weit überhöht wird. Da passt es ins Bild, dass Schweinsteiger für das erste Date mit Ex-Tennisspielerin Ana Ivanović, seiner nunmehrigen Ehefrau, schnell einmal First Class nach New York jettete.

Schweinsteiger, der aus Oberaudorf nahe der Tiroler Grenze stammt, spielte 17 Jahre lang, von 1998 bis 2015, für Bayern München. Mit dem Verein sammelte er Meistertitel, 2014 wurde er Weltmeister mit der Nationalelf, nach einem denkwürdigen Finale gegen Argentinien. Abseits des Platzes sorgte er mit exzentrischen Auftritten dafür, dass sich nicht nur die Bild-Zeitung an ihm rieb, ihn als „Chefchen“ verhöhnte, wenn die Leistung nicht stimmte. Kickende Millionäre sollen gefälligst auch liefern.

Apropos. Schweizer reden ganz im Sinne des Bankgeheimnisses nicht gerne über Geld. Suter macht bei Schweinsteiger eine Ausnahme. So ist schon dessen erster Vertrag bei Bayern München, als noch nicht 20-Jähriger, mit 150.000 Euro plus Prämien im Jahr veranschlagt. Ein Butterbrot gegen die 14 Millionen, die er in späteren Jahren verdienen sollte.

„Einer von euch“ zu sein, geht sich da schon lange nicht mehr aus. Da kann die im Buch Hunderte Male „Basti“ genannte Hauptfigur sich noch so gerne unters Volk mischen und bereitwillig für Fan-Selfies posieren.

. Diogenes, 384 Seiten, 22,70 Euro.


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