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UniCredit schrieb 2021 wieder 1,5 Mrd. Euro Gewinn

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© MIGUEL MEDINA

Wien – Nach einem Milliardenverlust im ersten Coronajahr hat die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit 2021 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Obwohl der Bank ein teurer Stellenabbau im vierten Quartal einen Verlust einbrachte, reichte es für einen Jahresgewinn von gut 1,5 Milliarden Euro, teilte das Institut am Freitag mit. Im Jahr davor hatte die UniCredit noch einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro verbucht.

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Bereinigt um Sondereffekte wie den Kosten für Stellenabbau lag der Gewinn bei 3,9 Mrd. Euro – nach 1,3 Mrd. Euro im Jahr davor. Positiv schlugen sich vor allem die rückläufigen Risikokosten nieder. Die Bank legte mit 1,6 Milliarden Euro nur rund ein Drittel so viel Geld für faule Kredite und Garantien zurück wie im Vorjahr. Die Erträge beliefen sich auf 18 Mrd. Euro, angepeilt hatte UniCredit 16 Mrd. Euro.

Im vierten Quartal belief sich das Minus auf 1,44 Mrd. Euro. Die Erträge – also die Einnahmen – stiegen jedoch um knapp fünf Prozent. Zuwächse bei Zins- und Provisionsüberschuss konnten einen Rückgang im Handelsgeschäft ausgleichen.

Bank Austria mit 230 Millionen Verlust

In der Österreich-Division (Bank Austria) der UniCredit ergab sich ein ähnliches Bild wie für die Gruppe. Im vierten Quartal stand ein (unbereinigter) Verlust von 230 Mio. Euro zu Buche, nach minus 57 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Im Gesamtjahr verbuchte die Bank Austria dagegen einen deutlichen Gewinnanstieg, von 18 Mio. Euro im Jahr 2020 auf nunmehr 109 Mio. Euro.

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Die UniCredit hat im Sommer ihre Konzernstruktur umgebaut. Seitdem zählt Österreich nicht mehr zur Sparte Westeuropa, sondern gemeinsam mit Slowenien, Slowakei, Ungarn und Tschechien zum Bereich Zentraleuropa. Für den gesamten Raum Zentraleuropa stand im vierten Quartal 2021 ein Verlust von 176 Mio. Euro unterm Strich, im Gesamtjahr 2021 blieb dagegen ein Plus von 486 Mio. Euro übrig.

An die Aktionäre will die UniCredit heuer 3,75 Milliarden Euro zurückgeben – 1,17 Mrd. davon als Dividende und 2,58 Mrd. über ein Aktienrückkaufprogramm. Insgesamt will das Institut in den kommenden Jahren sogar mindestens 16 Mrd. Euro in Dividenden und Aktienrückkäufe stecken.

Jobs sollen abgebaut werden

Um das Geld zu erwirtschaften, will das Management die Kosten des Instituts weiter senken – unter anderem durch den Abbau von Jobs und eine stärkere Digitalisierung. Dafür sollen in den kommenden Jahren aber auch neue Arbeitsplätze entstehen.

UniCredit-Chef Andrea Orcel will in den kommenden Jahren Erträge und Gewinn weiter steigern. Seinem Mittelfristplan zufolge will er die Kosten der Bank so weit senken, dass sie im Jahr 2024 nur noch 50 Prozent der Erträge ausmachen. Im abgelaufenen Jahr lag das sogenannte Kosten-Ertrags-Verhältnis der UniCredit noch bei 54,6 Prozent. Die Kostenquote der Bank Austria lag zum Jahresende bei 62,3 Prozent.

Orcel bestätigte darüber hinaus, dass UniCredit kein Interesse mehr habe an einer Übernahme der russischen Otkritie Bank. Bereits vor einigen Tagen berichtete die Russische Zeitung "Kommersant" darüber. Wegen der politischen Lage habe sich der Finanzkonzern zurückgezogen, so Orcel. UniCredit will aber weiterhin Übernahmegelegenheiten prüfen. Transaktionen, die es der Bank erschwerten, in den nächsten Jahren Kapital an die Aktionäre auszuschütten, seien aber ausgeschlossen.

Aktienkurs unbeeindruckt

Der Aktienkurs der UniCredit reagierte heute gelassen auf die Ergebnisse der Bank. Nach anfänglichen Kursgewinnen ging es mit dem allgemeinen Abschwung am Aktienmarkt auch für das UniCredit-Papier im Tagesverlauf abwärts. Am frühen Nachmittag notierte die Aktie mit rund eineinhalb Prozent im Minus bei 13,57 Euro und damit in etwa auf dem Niveau vom Jahreswechsel.

Abseits der Ergebnisse gab die UniCredit heute bekannt, ihre Partnerschaft mit dem deutschen Versicherer Allianz auszubauen. Die langjährigen Partner verlängerten die Kooperation und passten sie an den zunehmend digitalen Vertrieb an, teilten die Unternehmen am Freitag mit. Somit kann die Allianz künftig Versicherungen über das Netz der Bank verkaufen, die UniCredit erhofft sich im Gegenzug, vermehrt Bankprodukte an Allianz-Kunden zu verkaufen. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in Italien, wo die Institute bereits seit 1996 kooperieren. Aber auch in Deutschland und einigen Ländern in Osteuropa ist die Allianz bereits seit mehreren Jahren Vertriebspartner der Bank. (APA, Reuters, dpa)


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