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Heimische Gas-Reserven reichen bis März

Experten sehen aktuell keine Gefahr für Totalausfall bei Lieferungen aus Russland.

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2020 entfielen 29 Prozent des Gasverbrauchs in Österreich auf die Kraftwerke, größter Verbraucher war mit 36 Prozent die Industrie.
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Wien – Der hohe Gaspreis setzt Verbrauchern und Industrie zu. Und dass trotz des aktuell sehr hohen Gaspreises deutlich weniger Gas aus Russland geliefert wird als sonst und daher auch die Speicher in Österreich nicht aufgefüllt werden – diese sind wesentlich leerer als sonst um diese Zeit –, macht manche nervös. Dass die Speicher aber leer werden könnten – im Winter wird dreimal so viel Gas verbraucht wie im Sommer –, glauben Experten nicht, zumal seit der Gaskrise 2009 die Speicherkapazität hierzulande verdoppelt wurde. Das derzeit eingespeicherte Gas entspricht einem Viertel des Jahresverbrauchs und würde, auch wenn kein Gas mehr ankommen würde, ohne weitere Maßnahmen bis Mitte März reichen.

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Österreich ist bei Gas stark von Russland abhängig: Ungefähr 60 % des verbrauchten Erdgases – 2020 rund 8,5 Mrd. Kubikmeter – stammen von der russischen Gazprom, mit der es langfristige Lieferverträge gibt. Diese Verträge werden von Gazprom erfüllt, bestätigen die Experten. Knapp ein Zehntel des in Österreich verbrauchten Gases wird in Österreich selbst gefördert, der Rest wird aus anderen Ländern importiert, etwa aus Norwegen. Nach wie vor ist Österreich bei der Energieversorgung zu rund zwei Drittel von fossilen Energieträgern abhängig, zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr werden allein für Erdgas-Importe ausgegeben.

Im Fall einer unmittelbar drohenden Störung der Energieversorgung könnte man – wie schon 2009 – zunächst die Großverbraucher ersuchen, ihren Verbrauch freiwillig zu reduzieren. Sollte das nicht ausreichen, könnte das Klimaschutzministerium „Energielenkungsmaßnahmen“ anordnen – dann dürfte z. B. Gas aus Speichern in Österreich nicht mehr exportiert werden. In einem weiteren Schritt wäre es auch möglich, eine Verbrauchsreduktion bei industriellen Verbrauchern anzuordnen.

2020 entfielen 29 % des Gasverbrauchs in Österreich auf die Kraftwerke, der größte Verbraucher war aber die Industrie mit einem Anteil von 36 Prozent, auf die Haushalte entfielen 19 Prozent. (APA)

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