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„Kopfstoß, dass das Blut gespritzt ist“ – Geldstrafe für 20-jährigen Oberländer

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Ein Streit unter Freunden wurde mit Fäusten geführt.
© Bilderbox

Aufgrund von Ausgangsbeschränkungen und Sperrstunden hatten sich Freunde aus dem Oberland letztes Jahr einen Partykeller eingerichtet. Die Großmutter eines 20-Jährigen hatte dafür ein Kellerzimmer ihres Hauses zur Verfügung gestellt. Im August war jedoch Schluss mit lustig. So hatte die Oma die ganze Gesellschaft kurzum an die frische Luft gesetzt.

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Zuvor war es im Keller allerdings zum Eklat gekommen. So war die Stimmung unter den Freunden nach einem Alkoholika-Großeinkauf schnell explosiv geworden. Gegangen war es um ganze zehn Euro für den Einkauf. Der offene Betrag ärgerte das „Enkerl“ so sehr, dass er seinen besten Freund auf der Couch ansprang und ihm mittels wuchtigen Faustschlägen ins Gesicht einen Nasenbeinbruch und eine Augenverletzung zugefügt hatte. Einem anderen Gast ging es kaum besser: „Er hat mir einen Kopfstoß verpasst, dass das Blut auf die Couch gespritzt ist“, so der Attackierte bei der Polizei.

Gestern am Landesgericht musste sich der 20-Jährige deshalb wegen schwerer Körperverletzung verantworten. „Sie wissen schon, dass auf so etwas bis zu fünf Jahre Haft stehen“, erklärte Richter Gerhard Melichar. Verteidiger Friedrich Reiter ortete indes eine strafprivilegierende „volle Berauschung“ beim Mandanten. Hatte dieser doch beschworen, dass er vom Vorfall nichts mehr wisse, außer dass er vor dem „Filmriss“ schon zehn Bier und mindestens eine halbe Flasche Wodka getrunken hatte.

Für einen Vollrausch erschien dem Gericht das Verhalten des 20-Jährigen aber zu koordiniert, hatte er die Gäste doch immer um mehr Ruhe mit Rücksicht auf die Großmutter gebeten. Ansonsten aber Glück für den Angeklagten: So sind er und der Schwerverletzte schon wieder dicke Freunde – Schmerzensgeld wurde keines begehrt. Und auch so fiel die Strafe mit 1440 Euro (1080 Euro bedingt) milde aus. Nur auf den offenen zehn Euro ist der 20-Jährige wohl sitzengeblieben.

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Wenn sich Polizisten nicht einig sind, kann dies Angeklagten zum Vorteil gereichen. So musste sich gestern eine Unterländerin wegen des Diebstahls von Alkoholika und nachgehenden Widerstands gegen die Staatsgewalt auf der Polizeiinspektion verantworten. Dort wollte eine Polizistin in der Tasche nämlich einige Fläschchen „Jägermeister“ sicherstellen und erlitt bei der Amtshandlung Schwellungen und Hämatome. Vom Gerangel bis zum Sturzgeschehen differierten jedoch die Aussagen von Polizistin und Kollegen. So blieb es bei 720 Euro Geldstrafe für Diebstahl. (fell)


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