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373 Tote: Streitkräfte verkünden Ende der Gefechte in syrischer Haftanstalt

Nach zehn Tagen endeten die Kämpfe in dem von Jihadisten angegriffenen Gefängnis in Hassakeh. Die Bilanz ist blutig: Mindestens 373 Tote zählte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

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Mitglieder der Syrian Democratic Forces (SDF) bei den Kämpfen vor der Haftanstalt.
© AFP

Damaskus – Das kurdisch dominierte Militärbündnis Demokratische Kräfte Syriens (SDF) hat am Sonntag nach zehn Tagen das Ende der Kämpfe in dem von Jihadisten angegriffenen Gefängnis in der Stadt Hassakeh verkündet. Der Erklärung zufolge seien auch die letzten Bereiche, in denen sich noch Kämpfer der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufhielten, jetzt wieder unter der Kontrolle des Militärbündnisses.

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Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte stieg die Zahl der Toten seit Beginn der Gefechte auf 373 Menschen. Die in Großbritannien ansässige Aktivisten-Gruppe bezieht ihre Informationen von einem Netzwerk verschiedener Quellen in Syrien, deren Angaben von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen sind. Bei den Toten handelte es sich demnach um 268 IS-Kämpfer, 98 kurdische Kämpfer und sieben Zivilisten. Die Beobachtungsstelle geht davon aus, dass die Zahl der Toten wahrscheinlich noch weiter steigen könnte.

Die von den USA unterstützten SDF hatten bereits am Mittwoch erklärt, wieder die Haftanstalt in der nordsyrischen Stadt Hassakeh unter Kontrolle zu haben. Bis Samstag kam es in der Nähe des Gefängnisses aber immer wieder zu Gefechten zwischen kurdischen Kämpfern und Jihadisten.

Mehrere IS-Kämpfer hatten sich in "Schlafsälen im Norden" des Gefängnisses verschanzt und wurden laut SDF-Angaben erst am Sonntag besiegt. Der Beobachtungsstelle zufolge hatten sich viele Kämpfer in Kellern versteckt, die nur "schwierig" aus der Luft getroffen oder gestürmt werden konnten.

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Der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, erklärte: "Dank der Tapferkeit und Entschlossenheit der SDF, von denen viele das ultimative Opfer gebracht haben, sind die Bemühungen des IS, einen groß angelegten Gefängnisausbruch durchzuführen, um seine Reihen neu zu formieren, gescheitert."

Mehr als hundert IS-Kämpfer hatten am 20. Jänner das von Kurden verwaltete Gefängnis Ghwayran angegriffen, um Häftlinge zu befreien. In der Haftanstalt saßen bisher nach Angaben der Beobachtungsstelle rund 3500 mutmaßliche IS-Kämpfer, darunter auch führende Köpfe der Miliz. Wie vielen Insassen nach der Erstürmung des Gefängnisses die Flucht gelang, war unklar. Nach UN-Angaben flohen 45.000 Menschen wegen der Gefechte aus Hassakeh.

Laut der Beobachtungsstelle war es der größte Angriff dieser Art seit der Zerschlagung des "Kalifats" des IS 2019. Damals war der IS in Syrien und im Irak militärisch weitgehend besiegt worden. Seitdem verübte er aber regelmäßig Angriffe auf überwiegend militärische Einrichtungen oder die Ölindustrie. Der Angriff auf das Gefängnis von Hassakeh könnte ein Wiedererstarken der Miliz andeuten. (APA/AFP)


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