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Endkosten präsentiert: Patscherkofelbahn verschlang 83 Millionen Euro

Am Montag wurde die Schlussrechnung für die Patscherkofelbahn Höhe von 83,2 Mio. Euro präsentiert. Die Stadt Innsbruck hatte bisher von Endkosten in der Höhe von rund 66 Millionen Euro gesprochen, ursprünglich gingen die Verantwortlichen gar von 41 Millionen Euro aus.

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© Rehfeld

Innsbruck – Die Innsbrucker Patscherkofelbahn schlägt mit Projektkosten in der Höhe von 83,2 Millionen Euro zu Buche, wie die Präsentation der Schlussrechnung durch Bürgermeister Georg Willi (Grüne) am Montag zeigte. Die Stadt hatte bisher von Endkosten in der Höhe von rund 66 Millionen Euro gesprochen, ursprünglich gingen die Verantwortlichen gar von 41 Millionen Euro aus. Willi erneuerte seine Kritik an der Politik der ehemaligen Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck).

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Den damaligen Geschäftsführern der Patscherkofelbahn sei bewusst gewesen, dass der ursprüngliche Kostenrahmen nicht eingehalten hätte werden können. Die damalige Bürgermeisterin und jetzige Wirtschaftsstadträtin Oppitz-Plörer sei darüber jedenfalls "voll informiert" gewesen, kritisierte Willi bereits im Oktober 2019. Sie habe außerdem die "politische Entscheidung getroffen, das Projekt in einem Jahr durchzuziehen", wiederholte er im Rahmen der Pressekonferenz am Montag.

Diese Arbeit "unter höchstem Zeitdruck und ohne fertige Pläne" sei maßgeblich dafür verantwortlich gewesen, dass "die Kosten so in die Höhe getrieben wurden", so der Bürgermeister. Dass "neben den Hochbauten vor allem der politisch gesteuerte Zeitdruck und das fehlende Controlling die Preistreiber waren" gehe auch aus dem Bericht des Kontrollamtes zum Patscherkofel hervor.

Kosten für alte Talstation und Rodelbahn nicht dabei

Die jetzige Gesamtsumme – die die Kosten für die Adaptierung der alten Talstation für die Igler Vereine und den Bau einer Rodelbahn nicht berücksichtigt – speise sich aus einer Vielzahl von Posten, führte der Bürgermeister ergänzend und abseits der Kritik an seiner Amtsvorgängerin aus. Diese seien etwa der Rückkauf der damaligen Bahn durch die Stadt Innsbruck, der Bau der Bahn selbst und nicht zuletzt der Bau von Nebenanlagen wie etwa des Parkplatzes, strich Willi heraus.

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Nichtsdestotrotz sei die Gesamtsumme aber ein Lehrbeispiel dafür "wie hier mit Steuergeld umgegangen wurde", zeigte sich der grüne Stadtchef verärgert und hielt fest, dass es seither einen "Beirat für Großprojekte" gebe und er definitiv "nicht so arbeite". Der Beirat ist mit externen Experten besetzt und wird bei Projekten ab einer Million Euro hinzugezogen. Ab fünf Millionen gibt es eine verpflichtende begleitende Kontrolle. Der Großprojektebeirat sorge dafür, solche finanziellen Desaster in Zukunft zu vermeiden, unterstrich Willi. "Die externe Kontrolle hat sich bewährt. In der aktuellen Gemeinderatsperiode ist kein Projekt finanziell aus dem Ruder gelaufen", betonte das Stadtoberhaupt.

Da es sich in der Causa Patscherkofelbahn "um das Steuergeld der Innsbruckerinnen und Innsbrucker handelt, ist für mich klar, dass die Endsumme und die Entwicklung der Kosten auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen", war Willi um Transparenz bemüht. Die detaillierte Kostenaufstellung sei auch an die Gemeinderäte und Gemeinderätinnen ergangen.

Die Genese der Causa Patscherkofel reicht weit zurück. Die Kosten für die im Dezember 2017 in Betrieb gegangene Bahn waren ursprünglich mit 41 Millionen Euro kalkuliert worden – zusätzlich zum Ankauf der Bahn um 10,7 Millionen Euro. Im Juli 2017 hieß es schließlich, dass doch Investitionen von rund 55 Millionen Euro notwendig seien. Ein halbes Jahr später war davon die Rede, dass noch einmal elf Millionen Euro hinzukommen würden. Im Oktober 2019 berief der Bürgermeister der Tiroler Landeshauptstadt schließlich die Geschäftsführer der Patscherkofelbahn ab. Wenige Tage später wurde auch Oppitz-Plörer, die zu diesem Zeitpunkt als Vizebürgermeisterin fungierte, in einer Gemeinderatssitzung ihres Amtes enthoben. (APA)


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