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Prozess gegen früheren Reemtsma-Entführer unter Sicherheitsvorkehrungen

Der frühere Reemtsma-Entführer Thomas Drach steht ab heute in Köln vor Gericht: Er soll vier Überfälle auf Geldtransporter begangen haben.

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Thomas Drach (Mitte) wird von Polizisten vor einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutz auf dem Flughafen Hamburg abgeführt.
© imago stock&people

Köln – Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beginnt am Dienstag vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen Thomas Drach. Der frühere Reemtsma-Entführer soll vier Überfälle auf Geldtransporter begangen haben. Er ist unter anderem wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und Brandstiftung angeklagt. Die Staatsanwaltschaft hat für den bereits mehrfach verurteilten 61-Jährigen Sicherungsverwahrung beantragt.

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1996 hatte Drach den Erben der Hamburger Tabak-Dynastie Reemtsma, Jan Philipp Reemtsma, entführt und ihn nach 33 Tagen wieder freigelassen – gegen ein Lösegeld von 15 Millionen D-Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken. Für die Tat war er zu vierzehneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Bei den vier Raubüberfällen auf Geldtransporter 2018 und 2019 in Köln, Frankfurt am Main und Limburg sollen Drach und ein Mitangeklagter insgesamt mehr als 230.000 Euro erbeutet haben. Bei zwei der Taten soll Drach jeweils auf einen Sicherheitsmitarbeiter geschossen haben – beide Männer erlitten schwere Verletzungen.

Drach bestreitet die Vorwürfe und strebt nach Angaben seines Verteidigers einen Freispruch an. Es gebe keinerlei stichhaltige Beweise gegen seinen Mandanten, teilte Anwalt Andreas Kerkhof mit. "Die Anklageschriften stützen sich sämtlich auf lückenhafte Indizien und reine Spekulationen."

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Für den Prozess im Kölner Landgericht gelten an allen Tagen hohe Sicherheitsvorkehrungen. Für Besucher des Gerichts wird es nach Angaben eines Sprechers aufwendige Zugangskontrollen geben. Rund um das Justizzentrum werde es zeitweise zu Straßensperrungen kommen. Für den Prozess sind 53 Verhandlungstermine bis Ende September geplant. (APA/dpa)


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