Entgeltliche Einschaltung

Gut zu wissen: Das gilt, wenn der Schnee den Weg zur Arbeit verhindert

Wenn ich wegen des Schnees nicht bzw. zu spät zur Arbeit komme, muss ich mit Konsequenzen rechnen? Was, wenn mein Kind nicht in die Schule kann? Tirols ÖGB-Vorsitzender Wohlgemuth klärt auf.

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Der starke Schneefall sorgt in Tirol für Verkehrsbehinderungen.
© EXPA/ JFK

Innsbruck – Der Winter ist diese Woche nach Tirol zurückgekehrt und sorgt für zahlreiche Behinderungen im ganzen Land: Sperren, Unfälle und Verspätungen im Bahnverkehr wurden am Dienstag aus allen Ecken des Landes gemeldet. Was tun, wenn durch die weiße Pracht der Weg zur Arbeit beeinträchtigt ist? Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth beantwortet die wichtigsten Fragen.

Entgeltliche Einschaltung

❄️ Ich komme durch den starken Schneefall nicht zur Arbeit. Muss ich mit Konsequenzen rechnen?

Nein. „Wer aufgrund von Naturereignissen wie heftigen Stürmen, Schneefällen, Überflutungen und Murenabgängen gar nicht oder nicht pünktlich zur Arbeit kommen kann, braucht keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten“, erklärt Wohlgemuth. „Es handelt sich um einen Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben rechtfertigt."

❄️ Mein Kind kann wegen des Schnees nicht zur Schule, ich muss deshalb zuhause bleiben. Muss ich in diesem Fall Konsequenzen fürchten?

Ebenfalls nein. Was für den eigenen Arbeitsweg gilt, gilt auch für den Fall, dass Eltern bei ihren Kindern bleiben müssen, weil Kindergarten oder Schule wegen des Unwetters geschlossen bleiben und sie keine andere Möglichkeit für die Kinderbetreuung haben.

❄️ Unter welchen Voraussetzungen kann ich bei Schneefall zuhause bleiben?

Einfach daheimbleiben geht nicht. Sofern der Arbeitsweg zumutbar ist, ist ein Fernbleiben nicht gerechtfertigt. „Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin muss alles ihm bzw. ihr Zumutbare unternehmen, um den Arbeitsplatz rechtzeitig zu erreichen“, erklärt der ÖGB-Vorsitzende. Ist dies der Fall, kann der Arbeitgeber eine Verspätung oder Verhinderung auch nicht zum Anlass für eine Entlassung nehmen. Der Arbeitgeber muss in jedem Fall über das Zuspätkommen oder die Verhinderung informiert werden.

❄️ Ich kann wegen des Schnees nicht zur Arbeit. Werde ich trotzdem bezahlt?

Ja. In Katastrophenfällen gibt es die gesetzlich geregelte Entgeltfortzahlung. Seit 2014 gilt diese nicht nur für Angestellte, sondern auch für ArbeiterInnen. Während bei Angestellten der Entgeltfortzahlungsanspruch beim Ausfall in der Arbeit gesetzlich geregelt ist, gab es bis 2013 bei den ArbeiterInnen abweichende Regelungen. Der ÖGB hatte sich erfolgreich für diese Angleichung eingesetzt.

Für Angestellte regelt § 8 Abs. 3 Angestelltengesetz, wann trotz Dienstverhinderung das Entgelt weiterbezahlt werden muss. Dieser Gesetzesstelle zufolge behalten Angestellte den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne Verschulden während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Dienstleistung verhindert sind. (TT.com)


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