Entgeltliche Einschaltung

Mutter und Kind in Villach getötet: Verdächtige noch nicht transportfähig

Die Entscheidung über die Untersuchungshaft dürfte am Mittwoch fallen.

  • Artikel
Kerzen und Stofftiere am Unfallort in Villach.
© GERT EGGENBERGER

Villach – Nachdem sie eine 43-jährige Frau und deren fünfjährigen Sohn in Villach mit einem Auto angefahren und vorsätzlich getötet haben soll, wird die 37-jährige Tatverdächtige nach wie vor im Krankenhaus behandelt. Wie Staatsanwalt Markus Kitz am Dienstag auf APA-Anfrage sagte, wird sie von Beamten der Justizwache bewacht. Demnächst – eventuell am Mittwoch – wird sie von einem Haft- und Rechtsschutzrichter befragt, der über die Verhängung der Untersuchungshaft entscheiden muss.

Entgeltliche Einschaltung

Nachdem die 37-Jährige laut Auskunft des Krankenhauses nicht transportfähig ist, wird die Haftverhandlung entweder direkt im Spital oder über Videostream über die Bühne gehen. Am Dienstag waren nach wie vor einige Fragen offen – etwa jene, ob die Frau die 43-Jährige abgepasst hatte. „Was wir definitiv wissen ist, dass es vor der Tat keinen Kontakt zum Vater des Buben oder zur Verstorbenen gegeben hat", sagte Kitz. Auch der Vater – entgegen ersten Meldungen kein Rumäne, sondern ein in Kanada geborener Mann – war bereits am Sonntag befragt worden. Über den Inhalt seiner Aussagen gab es vorerst keine Informationen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordverdachts.

Zu der Tat war es am Samstag in Villach gekommen. Die 37-jährige Rumänin hatte die 43-Jährige und deren Sohn mit dem Auto angefahren, beide waren so schwer verletzt, dass sie starben. Kurze Zeit nach dem Unfall wurde die 37-Jährige schwer verletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sie gestand in ihrer Einvernahme, dass sie die 43-Jährige aus Rache und Eifersucht angefahren habe, den Fünfjährigen habe sie aber nicht gesehen. Das 43-jährige Opfer stammt ebenfalls aus Rumänien. Der Vater des Buben ist der frühere Ehemann der Täterin. (APA)

36 Frauen seit 2019 nach Mordanklagen verurteilt

Die Aufsehen erregende Bluttat in Villach wirft die Frage auf, wie oft Frauen in Österreich zu Mörderinnen werden. Im Schnitt sind hierzulande seit 2019 zwölf Frauen pro Jahr wegen vollendeten oder versuchten Mordes verurteilt worden.

Wie das Justizministerium am Dienstag auf APA-Anfrage mitteilte, sind in den Jahren 2019 bis 2021 von den Staatsanwaltschaften insgesamt 65 Frauen wegen Mordes angeklagt worden, wobei in der Statistik nicht differenziert wird, ob es bei der inkriminierten Tat beim Versuch geblieben war. 36 Frauen wurden im Sinn der Anklage rechtskräftig verurteilt - wie viele davon von Schwurgerichten wegen vollendeten Mordes schuldig erkannt wurden, lässt sich aufgrund der Datenlage aus der Verurteilungsstatistik nicht ablesen. Beim weit größeren Teil dürfte es sich jedenfalls um Verurteilungen wegen Mordversuchs gehandelt haben.

Zwei Frauen wurden in den vergangenen drei Jahren vom Vorwurf des – versuchten oder vollendeten – Mordes freigesprochen. In etlichen Fällen ergingen nicht anklagekonforme gerichtliche Erledigungen – die Angeklagten wurden am Ende etwa wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder anderen minder schweren Delikten verurteilt bzw. wurde ihnen Notwehr oder Notwehrüberschreitung zugebilligt. Nicht umfasst sind von der Statistik Fälle, bei denen eine erstinstanzliche, aber noch keine rechtskräftige Entscheidung vorliegt.

Bei Männern ist die Verurteilungsrate bei Mord – wenig überraschend – deutlich höher. Zwischen 2019 und 2021 wurden laut Justizministerium 368 Männer wegen Mordes oder Mordversuchs vor Geschworene gestellt. 232 von ihnen wurden anklagekonform verurteilt, das sind im Schnitt mehr als 77 pro Jahr. 17 männliche Angeklagte wurden vom Vorwurf der versuchten bzw. vollendeten vorsätzlichen Tötung freigesprochen.

TT-ePaper 4 Wochen gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, ohne automatische Verlängerung

TT ePaper

Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung