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Arbeitslosigkeit in Tirol deutlich zurückgegangen

Insgesamt 20.991 Menschen sind in Tirol ohne Job, das sind über 50 Prozent weniger als im Vorjahr. 14.310 Menschen sind aber noch in Kurzarbeit.

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Die Arbeitslosigkeit ist im Jänner am höchsten und geht bis Sommer meist um bis zu 100.000 Personen zurück.
© Böhm

Von Anna Haselwanter

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Wien, Innsbruck – „Die Arbeitslosigkeit ist für das Ausmaß dieser Krise absolut überschaubar“, ordnet Wirtschaftsexperte Gottfried Tappeiner die aktuellen Zahlen ein. Denn in Tirol pendelt sich die Zahl der arbeitslosen Menschen auf dem Niveau von 2019 ein. Die Arbeitslosigkeit geht in allen Branchen zurück, die Zahl der offenen Stellen steigt, so das Arbeitsmarktservice (AMS). Heißt: Mit Ende Jänner waren beim AMS 20.991 Personen arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von über 50 Prozent. Ein Trend, der laut AMS voraussichtlich anhalten wird. „Die Geschäftszahlen vieler Branchen werden mittlerweile kaum mehr von den Einschränkungen berührt“, sagt Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol. Hier sei „die Abdeckung des Personalbedarfs bereits die größte Herausforderung“. Die größten Probleme gebe es „auch jetzt wieder im Tourismus“, so Platzer-Werlberger, dort helfe Kurzarbeit, um Personal zu halten. 14.310 Menschen waren mit Stichtag 31.1.2022 dafür angemeldet. Dem gegenüber stehen 9312 offene Stellen „zur sofortigen Besetzung“. Einen Rekord gibt es bei den Lehrstellen: Hier kommen 359 Suchende auf 842 verfügbare Lehrstellen.

Auch bundesweit ist die Entwicklung am Arbeitsmarkt durchaus positiv. Mit 404.943 arbeitslosen Menschen per Ende Jänner dürfte der saisonale Höhepunkt bereits überschritten sein, so Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) gestern. Zwar waren zur gleichen Zeit 172.000 Menschen zur Kurzarbeit vorangemeldet. Es sei aber nicht anzunehmen, dass sie in diesem Ausmaß auch tatsächlich in Anspruch genommen werde. Tappeiner ist zuversichtlich, dass es sich dabei lediglich „um ein breites Puffern der Unsicherheiten handelt“, die Menschen also nur vorsichtshalber angemeldet wurden. Die Zahl der Arbeitslosen ist insgesamt zwar höher als Ende Dezember, aber niedriger als im Jänner in den Vorjahren – auch vor der Pandemie. Bis zum Sommer dürfte sie zudem wie üblich um 100.000 zurückgehen. Die Arbeitslosenquote betrug national 8,1 Prozent. Zugleich hat sich die Zahl der offenen Stellen auf knapp 110.000 im Jahresabstand verdoppelt, sagte Kocher gestern. Laut Stellenmonitor des Wirtschaftsbundes gibt es sogar 250.000 offene Stellen, davon 60.000 in Oberösterreich – ein Rekordwert.

Nach Geschlechtern ging die Zahl der Arbeitslosen bei Frauen im Vergleich zum Vorjahr in Tirol um 68,7 Prozent zurück, bei Männern waren es 44,6 Prozent. Damit ist die Frauenarbeitslosigkeit in Tirol (3,4 %) sowie im Bundesschnitt (6,7 %) niedriger als bei den Männern (Tirol: 6,6 %, Bund: 9 %). Familienministerin Susanne Raab (ÖVP) kündigte aber an, „mehr Geld in institutionelle Kinderbetreuung zu investieren“, um mehr Frauen eine Berufstätigkeit ermöglichen zu können.

Insgesamt zeigte sich die österreichische Wirtschaft also „unter Berücksichtigung des enormen Schocks der Pandemie sehr robust“, sagt Tappeiner. Wenngleich man immer „vom Durchschnitt spricht“ und man die „individuelle Situation des Einzelnen“ nicht vergessen dürfe.


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