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Eklat bei Planungen für nördlichen Teil von Brenner-Nordzulauf

Vertreter der Gemeinden boykottieren Treffen mit der Deutschen Bahn. Sie halten sämtliche vorgeschlagene Varianten für inakzeptabel und legten einen Katalog mit 76 Fragen vor.

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München, Innsbruck – Bei den Planungen für den nördlichen Teil der umstrittenen neuen Bahntrasse für den Nordzulauf des Brennerbasistunnels (BBT) im bayerischen Inntal eskalieren offenbar die Spannungen. Vertreter der betroffenen Kommunen kündigten an, nicht am fünften Termin eines Dialogforums der Deutschen Bahn (DB) am Mittwochabend teilzunehmen, wie aus einem offenen Brief hervorging.

Die vier von der Bahn im vergangenen Jahr vorgeschlagenen Trassenvarianten seien nicht akzeptabel. Sie wären mit erheblichen Eingriffen in die Landschaft verbunden, viele Menschen wären betroffen, argumentieren die Unterzeichner, unter ihnen der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) und Bürgermeister von sechs Kommunen. Stattdessen könne der Ausbau der Bestandsstrecke mit optimalem Lärmschutz die bessere Lösung sein. "Von Seiten der DB Netz AG gab es auf die Ablehnung bislang keine Reaktion, die als ernst gemeinte Auseinandersetzung mit unseren Argumenten verstanden werden kann", heißt es in dem Brief, über den Medien berichtet hatten.

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Dem Brief beigefügt war ein Katalog von 76 Fragen. Erst wenn diese beantwortet seien, könne man in das Dialogforum zurückkehren, sagte der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer (CSU) am Mittwoch. "Wir fühlen uns nicht ernst genommen." Teils würde nach den Trassenvorschlägen der Bahn die Bahntrasse teils links und rechts einer Ortschaft verlaufen. "Das ist für die Bürger eine erhebliche Verschlechterung", sagte Bauer. "Im Dialogforum hat man unsere Argumente vom Tisch gewischt und aus unserer Sicht nicht gewürdigt."

Die neue Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brennerbasistunnel erhöhen, an dem in Italien und Österreich gebaut wird und der 2032 fertig werden könnte. Bürgerinitiativen stemmen sich seit Jahren gegen den Bau des Brenner-Nordzulaufs im bayerischen Inntal von Rosenheim bis zur österreichischen Grenze. Für diesen Bereich hat die Bahn schon eine Trassenführung vorgestellt, über deren Realisierung die Politik noch entscheiden muss.

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Mit den nun diskutierten vier Trassen soll die zwölf Kilometer lange Lücke nördlich von Rosenheim Richtung München geschlossen werden. Bis Mitte des Jahres soll die bevorzugte Trasse ausgewählt werden. (APA, dpa)


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