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26 Lawinenabgänge am Donnerstag in Tirol: Mehrere Skifahrer verschüttet

Mehrere Wintersportler sind am Donnerstag in Tirol von Lawinen erfasst worden. Eine verschüttete 21-Jährige am Glungezer konnte nach einer Viertelstunde lebend geborgen werden. Die Lawinengefahr bleibt auch am Freitag im ganzen Land erheblich.

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Freerider lösten am kleinen Rettenstein in Jochberg eine Lawine aus. Es gab keine Verschütteten.
© ZOOM.TIROL

Schwendau, Tulfes, St. Leonhard i. P. – Es war ein lawinenreicher Donnerstag. Insgesamt 26 Abgänge wurden von Sonnenaufgang bis zum späten Nachmittag bei der Leitstelle Tirol gemeldet. Davon waren 18 Negativereignisse, bei denen von Beginn an feststand, dass keine Menschen betroffen sind. In acht weiteren Fällen war die Lage unklar, Rettungskräfte wurden entsandt.

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Am Glungezer hatte eine 20-jährige Deutsche vermutlich selbst ein Schneebrett ausgelöst. Sie wurde vollständig verschüttet, konnte aber von den Kollegen und einer Gruppe weiterer Skifahrer nach etwa 15 Minuten ausgegraben werden. Die Verschüttete war zwar bewusstlos, hatte aber vollständige Vitalfunktionen. Die junge Frau wurde ins Krankenhaus Hall geflogen. Sie muss eine Nacht zur Kontrolle im Spital bleiben. Das Schneebrett war nach Angaben der Exekutive 60 Meter lang und ebenso breit. Es wies eine Anrisshöhe von 1,20 Metern auf. Die Frau und zwei weitere deutsche Variantenfahrer waren allesamt mit Lawinenverschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel ausgerüstet.

Verschüttete auch im Ötz- und Pitztal

Auch in Sölden wurde ein Skifahrer von einer etwa 100 Meter breiten und 50 Meter langen Schneebrettlawine mitgerissen und gänzlich verschüttet. Weil jedoch sein Arm noch aus dem Lawinenkegel ragte, konnte ihn sein Begleiter (20) sofort entdecken und ausgraben. Der Mann blieb unverletzt.

Schwere Verletzungen am Brustkorb hat hingegen ein Variantenfahrer (32) im Pitztal davongetragen. Der 32-Jährige war im Skigebiet „Rifflsee" im Bereich der „Muterrinne" von einer Lawine etwa 100 Meter mitgerissen und teilweise verschüttet worden. Auch hier war es der Begleiter, der zu Hilfe eilte und den Verschütteten ausgraben konnte. Ein Notarzthubschrauber flog ihn ins Zammer Krankenhaus.

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Kurz nach 13 Uhr löste sich im freien Skiraum im Skigebiet Oetz-Hochoetz ein etwa 40 Meter breites Schneebrett und riss einen Skifahrer (21) rund 100 Meter mit. Der 21-Jährige wurde teils verschüttet, blieb jedoch unverletzt und konnte sich selbst befreien. Der Wintersportler war allein unterwegs und von der Bergstation in Richtung „Lawinental" (nahe Balbach Alm) abgefahren. Er hatte sowohl Lawinenrucksack (Airbag, ABS) als auch Lawinennotfallausrüstung dabei.

Ein Liftangestellter hatte die Lawine gesehen und den Notruf abgesetzt. Ein Notarzthubschrauber rückte aus und flog den 21-Jährigen ins Tal. Weil weitere Verschüttete nicht ausgeschlossen werden konnten, wurde der Lawinenkegel noch mittels Suchhunden und Sondierkette abgesucht.

Lawinengefahr auch am Freitag erheblich

Einen aufwändigen Einsatz löste ein Schneebrett aus, das Donnerstagvormittag gegen 9.30 Uhr aus dem freien Skiraum auf eine Piste im Gebiet der Bergbahnen Mayrhofen in Schwendau abging. Der betroffene Abschnitt war zu diesem Zeitpunkt zwar gesperrt, da es aber eine Einfahrtsspur in den Lawinenkegel gab, konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass es Verschüttete gab. Nach mehreren Stunden wurde die Suche gegen Mittag eingestellt. Es wurden keine Menschen geortet.

Die Lawinengefahr bleibt auch am Freitag im ganzen Land erheblich, laut Warndienst erreicht sie Stufe drei der fünfteiligen Skala. Aufgrund der angespannten Situation hat das Militärkommando Tirol seine Lawineneinsatzzüge formiert, heißt es am Donnerstag in einer Aussendung. Zusätzlich wurde in Vomp ein Hubschrauber für mögliche Assistenzanforderungen stationiert. (bfk, TT.com)


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