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Die „Baumeister" von Lawinen: Neuschnee, Erwärmung, Wind

Je unterschiedlicher die Konsistenzen zweier Lagen, desto leichter kann Bindung „reißen" und in weiterer Folge eine Schneebrettlawine auslösen.

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Trotz Sicherheitsmaßnahmen, Ausschilderungen und Warnungen sterben nach wie vor die meisten Opfer durch Leichtsinn.
© LIEBL Daniel | zeitungsfoto.at

Wien, Wattenberg – Ergiebige Neuschneefälle, starke Erwärmung und Temperaturschwankungen sowie Wind sind die „Baumeister" von Lawinen. Sie sind neben der Setzung der Schneekörner durch Druck und Schwerkraft ausschlaggebend für die Entstehung einzelner Schichten einer Schneedecke.

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Je unterschiedlicher die Konsistenzen zweier Lagen sind, desto leichter kann die Bindung „reißen" und dieser Vorgang eine Schneebrettlawine auslösen. Rund 90 Prozent der Lawinenunglücke im skitouristischen Bereich machen derartige Festschneelawinen aus. Besonders Gefahren bringende Schneearten sind der windbeeinflusste Packschnee, sehr wasserhaltiger Pappschnee, Schwimmschnee, der im Bodenbereich wie ein Kugellager wirkt, Eislamellen als eingeschneite Gleitschicht oder etwa Oberflächenreif, der mit Packschnee abgedeckt als höchst gefährliche Zwischenschicht gilt.

Trotz Sicherheitsmaßnahmen, Ausschilderungen und Warnungen sterben nach wie vor die meisten Opfer durch Leichtsinn. Auch ein nach eigener Einschätzung noch so friedlicher Hang kann sich in Sekundenschnelle als tödliche Falle herausstellen. Ist man allein unterwegs, sinkt die Überlebenschance auf Null. Ohne Augenzeugen des Unglücks ist die rechtzeitige Bergung Verschütteter meist unmöglich. Dabei wären rund 90 Prozent der Lawinenunfälle bei Skifahrern vermeidbar – wenn die elementarsten Grundregeln befolgt würden.

Durch die großen Zug- und Drehkräfte, die entstehen, da sich Schneemassen an der Oberfläche schneller bewegen als darunter liegende, sterben etwa 20 Prozent aller Verschütteten bereits bis zum Stillstand der Lawine. Nach 30 Minuten leben nur noch rund 30 Prozent, wovon nach weiteren eineinhalb Stunden der Großteil seinen Verletzungen erliegt, erstickt oder erfriert. Mehr als zwei Stunden nach dem Abgang einer Lawine werden laut Experten durchschnittlich nur mehr drei Prozent der Verschütteten lebend geborgen. (APA)

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Erhebliche Lawinengefahr in Tirol

Für Freitag gab der Lawinenwarndienst des Landes Stufe 3 der fünfteiligen, also erhebliche Lawinengefahr, aus. Seit Montag fielen in Tirol verbreitet 50 Zentimeter bis 1,20 Meter Schnee, lokal bis zu zwei Meter. Trockene Lawinen könnten auch am Freitag verbreitet schon von einzelnen Wintersportlern ausgelöst und groß werden, warnten die Experten des Lawinenwarndienstes.


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