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Nach 15 Minuten unter einer Lawine sinkt die Überlebenschance rapide

23 Prozent aller Lawinenunfälle enden tödlich. Die Überlebenschance nimmt laut Experten aber mit Dauer der Verschüttung diskontinuierlich ab.

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Während die Todesrate bei teilverschütteten Lawinenopfern bei rund vier Prozent liegt, ist sie bei Komplettverschütteten mit 52,4 bedeutend höher.
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Wattenberg – Die Wahrscheinlichkeit, ein Lawinenunglück zu überleben, ist auf den ersten Blick recht hoch: Schließlich enden laut Statistik nur 23 Prozent tödlich. Während die Todesrate bei teilverschütteten Lawinenopfern bei rund vier Prozent liegt, ist sie bei Komplettverschütteten mit 52,4 bedeutend höher. Die Überlebenschance nimmt laut Experten aber mit Dauer der Verschüttung diskontinuierlich ab.

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Nach 15 bis 20 Minuten unter einer Lawine gibt es einen steilen Abfall der Überlebenskurve, so das Eurac-Institut für Alpine Notfallmedizin in Bozen. In der ersten Phase liegt sie noch bei 91 Prozent (neun Prozent sterben in dieser Zeit an mechanischen Verletzungen), anschließend trete ein „tödlicher Knick" ein und die Kurve sinkt rapide auf etwa 30 Prozent ab. In dieser Phase sterben alle Opfer mit verlegten Atemwegen an raschem Ersticken. Grundvoraussetzung für das Überleben in dieser Phase sind freie Atemwege. Das Vorhandensein einer Atemhöhle ist ein zusätzliches Plus, wissen Fachleute.

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Zahl der tödlich Verletzten zugenommen

Die jüngsten Analysen hätten gezeigt, dass auch die Schneedichte eine Rolle spiele. Denn in einem kontinentalen Klima wie in den Alpen fällt die Überlebenskurve nicht so rasch ab wie beispielsweise in der Nähe des Pazifiks. Dies habe eine kanadische Studie gezeigt. Auch aus den in den Alpen gewonnenen Erfahrungswerten ergebe sich, dass die Überlebenschancen im Frühjahr mit feuchtem Schnee bereits nach zehn bis 15 Minuten schnell sinken. Ein weiteres Phänomen sei, dass die Zahl der tödlich Verletzten zugenommen hat. Das liegt aber daran, dass Wintersportler vermehrt in steilem und felsendurchsetztem Gelände unterwegs sind.

Neue Bergungs- und Behandlungrichtlinien

Neu sei auch, dass man bei einer Verschüttungsdauer von länger als 60 Minuten bei gleichzeitig freien Atemwegen und einer Körperkerntemperatur von unter 30 Grad neue Bergungs- und Behandlungsrichtlinien empfiehlt: Das Lawinenopfer soll dann nicht so rasch, sondern so vorsichtig wie möglich geborgen werden. Die Behandlung der Unterkühlung sei dann vorrangig. Denn Opfer mit einer Körperkerntemperatur – diese wird in der Speiseröhre bzw. im Mittelohr gemessen – unter 30 Grad hätten bei einem Herzstillstand und einer anschließenden Reanimation eine bessere Überlebenswahrscheinlichkeit als Nicht-Unterkühlte. Der Sauerstoffbedarf des Körpers nehme nämlich mit der Kälte ab.

Kühlt ein Lawinenopfer zuerst ab und erleidet danach einen Herzstillstand, sei die Prognose deutlich günstiger. Vorausgesetzt beim Verunglückten werde eine kontinuierliche Reanimation durchgeführt und die Erwärmung erfolge anschließend in einer Klinik unter Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine.

Es habe sich zudem gezeigt, dass die Reanimation von schwer unterkühlten Lawinenopfern, also mit einer Körperkerntemperatur von 28 bis 20 Grad, zwischenzeitlich für den Transport unterbrochen werden könne. Beispielsweise könne so fünf Minuten reanimiert und dann eine fünfminütige Unterbrechung für den Transport gemacht werden, sagte Brugger: „Viele Lawinenopfer werden ja aus exponiertem und unwegsamem Gelände geborgen". (APA)


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