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Facebook wird volljährig: Eine viel kritisierte Erfolgsgeschichte

Am Freitag wird Facebook 18 Jahre alt. Datenschützer kritisieren immer wieder den Umgang der Firma mit sensiblen Daten. Dennoch ist der Social-Media-Gigant nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Immerhin sind beinahe 75 Prozent aller Menschen in Österreich aktive Facebook-Nutzer. Nun plant das Unternehmen den nächsten Schritt in der Evolution des Internets – Facebook will ins „Metaverse“.

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Private Accounts können auf Facebook maximal 5000 Freunde haben.
© AFP/Douliery

Menlo Park – Das Internet feiert am Freitag ein digitales Geburtstagskind. Die Social-Media-Plattform Facebook wird volljährig – zumindest in Europa. Ellenlanger Listen von Vorwürfen trotzend, eroberte Facebook in der Vergangenheit das Internet. Auch im letzten Jahr zählte Facebook weltweit zu den meist besuchten Internetseiten. Nur Google und YouTube verzeichneten mehr Aufrufe.

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Die Erfolgsgeschichte

Begonnen hatte alles mit einem Skandal an der Harvard University. Der Student Mark Zuckerberg entwarf ein Online-Programm, gefüllt mit Porträt-Bildern seiner Kommilitonen. Das Programm erlaubte es den Nutzern, die angezeigten Bilder in „Hot“ oder „Not“ zu kategorisieren. Da Zuckerberg die Fotos der Studenten allerdings inoffiziell aus dem Universitätsnetzwerk bezog, wurde das Programm alsbald verboten.

Später während seiner Studienzeit entwarf Zuckerberg dann die Urversion des heutigen Facebooks. Begleitet von Anschuldigungen seiner Mitstudenten, die ihm des Diebstahls ihres geistigen Eigentums beschuldigten. Doch diese Anschuldigungen konnten den Triumphzug Facebooks nicht aufhalten. Von der Beliebtheit an der Harvard University getragen wuchsen die Nutzerzahlen immer weiter.

Im Jahr 2004 gelang es Facebook, den ersten Großinvestor an Land zu ziehen. Peter Thiel, der ehemalige Geschäftsführer von PayPal, stieg mit 450.000 Dollar bei Facebook ein. Mit frischem Budget ausgestattet machte sich das Unternehmen daran, das Internet zu erobern. Zwei Jahre später kam dann – mit Einführung des „Newsfeeds“ auf der Startseite – auch der große Erfolg. Facebook wurde immer beliebter und kletterte an die Spitze des Social-Media-Markts.

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Investitionen in die Zukunft

Im Mai 2012 ging das Unternehmen an die Börse. Wiederum zwei Jahre später begann Facebook sich medial breiter aufzustellen. Mit dem Kauf des Messenger-Dienstes WhatsApp und der Virtual-Reality Firma Oculus VR vergrößerte der Facebook-Konzern seinen Marktwert.

Vergangenes Jahr kündigte Mark Zuckerberg an, Facebook zum Metaversum umbauen zu wollen. Unter der Schirmherrschaft der gleichnamigen Mutterfirma (Meta) soll eine virtuelle Welt geschaffen werden, in der sich Nutzer mittels VR-Brille bewegen und realitätsnah mit einander interagieren sollen.

Kritik an Facebook

Trotz der allgemeinen Beliebtheit der Social-Media-Plattform steht Facebook häufig in der Kritik. Die Liste mit Vorwürfen gegen das Unternehmen ist lang. Datenschützer bemängeln vor allem den Umgang mit sensiblen Daten. Facebook soll diese zu Werbezwecken auswerten, um seinen Nutzern so maßgeschneiderte Werbung anzuzeigen.

Das Unternehmen „Cambridge Analytica“ wurde in diesem Zusammenhang bezichtigt, Daten von etwa 85 Millionen Facebook-Nutzern verwendet zu haben. Die daraus entstandene personalisierte Werbung für britische Facebook-Nutzer könnte die „Brexit“-Volksbefragung 2016 beeinflusst haben.

In den USA stellte ein Sonderermittler fest, dass russische Agenten 2016 gezielt Falschmeldungen auf Facebook verbreiteten. So sei es den Agenten gelungen, die Präsidentschaftswahl 2016 zugunsten Trumps zu beeinflussen.

Drei Monate vor der US-Wahl 2020 kündigte Zuckerberg an, gegen Falschmeldungen auf der Social-Media-Plattform vorgehen zu wollen. Teil dieser Maßnahmen war es, etwa 4,5 Milliarden Fake-Accounts zu löschen. Zudem wurden populäre Verschwörungs-Seiten – wie QAnon – auf Facebook gelöscht.

Hass und Hetze im Netz

Dennoch scheint damit der digitalen Sicherheit nicht Genüge getan. Im deutschsprachigen Raum bleibt die Forderung nach mehr Moderation vonseiten Facebooks bestehen. Beleidigungen, Hass-Postings und Aufrufe zur Gewalt gegen Entscheidungsträger gehören zur Tagesordnung. Allzu oft werden diese Postings nicht gelöscht und bleiben sichtbar.

Eva Glawischnig – ehemalige Chefin der Grünen – ist deswegen kürzlich vor Gericht gezogen. Das Handelsgericht Wien gab ihrer Klage statt und verurteilte Facebook dazu die „beleidigenden Kommentare einer Nutzerin, wie auch sinngleiche Beiträge weltweit zu löschen“.

Die Klubobfrau der Grünen Sigrid Maurer merkte an, dass vor allem Frauen und bereits marginalisierte Personengruppen besonders von Hasspostings betroffen seien. "Wichtig für alle Betroffenen ist: Sie sind nicht alleine. Es gibt Mittel und Wege, sich zu wehren und sie wirken", freute sich Maurer über den Urteilsspruch. (mts/APA)


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