Musik

Die Akademie wird Labor: Alles neu bei den Schwazer Klangspuren

Das international renommierte Riot Ensemble wird die Bühnentauglichkeit der im Klangspuren-Labor entstandenen Kompositionen erproben.
© Johnson

Kammermusik, Komposition und Kooperation mit dem Kons: Die Klangspuren ordnen ihre Ausbildungsschiene neu.

Schwaz – Neue Köpfe, neue Ideen. Was beim Tiroler Landestheater bald ansteht, haben die Klangspuren in den vergangenen Wochen bereits vollzogen. Clara Iannotta und Christof Dienz haben die künstlerische Leitung des renommierten Tiroler Festivals für Neue Musik von Reinhard Kager übernommen. Auch sie wollen in den künftigen Auflagen neue Schwerpunkte setzen. Eine Änderung ist inzwischen beschlossene Sache: Das Ausbildungsprogramm, das die Klangspuren zuletzt mit der International Ensemble Modern Akademie anboten, wurde neu gedacht. Und es hat ab heuer einen neuen Namen: Klangspuren Future Lab. Dort sollen künftig internationale und regionale NachwuchsmusikerInnen mit namhaften Künstlerinnen und Künstlern intensiv zusammenarbeiten.

„Musikalische Bildung auf allen Ebenen zu unterstützen und zu fördern, war seit Beginn an ein Kernziel der Klangspuren. Diesen Weg werden wir mit dem Future Lab weiter beschreiten. Damit geben wir einer neuen Generation von KomponistInnen und MusikerInnen eine internationale Bühne und machen sie zu einem wichtigen Bestandteil der Tiroler Festivalgemeinschaft“, sagt Clara Iannotta.

Das neue Laboratorium umfasst drei große Bereiche: Im „Composers Lab“ arbeiten junge Komponistinnen und Komponisten mit etablierten Kräften der Szene zusammen. 2022 wurden die israelische Komponistin Chaya Czernowin und der Tiroler Johannes Maria Staud als Dozenten gewonnen. Die Bühnentauglichkeit der in den Meisterklassen entstandenen Werke wird vom hochdekorierten britischen Riot Ensemble erprobt. Bis zum 4. März können sich Interessierte bewerben.

Zweite Säule des Future Labs ist zeitgenössische Kammermusik. Das „Chamber Music Lab“ soll zum öffentlichen Trainingscamp für junge Ensembles werden. Den – um im Bild zu bleiben – Trainer gibt 2022 das renommierte Jack Quartett. Geprobt wird im Haus der Musik. Zum Abschluss findet ein gemeinsames Konzert statt. Das internationale Bewerbungsverfahren soll im März starten.

Direkt in die Region hinein soll hingegen „konsTellation plus“ strahlen, eine neue Kooperation der Klangspuren mit dem Tiroler Landeskonservatorium. Das vor vierzehn Jahren am Kons von Ivana Pristašovà gegründete Streicherensemble KonsTellation wird dafür um Bläser und Schlagwerk erweitert. Die etwa 40 TeilnehmerInnen von „Konstellation plus“ werden während des Sommersemesters 2022 intensiv mit dem Komponisten und Dirigenten Gregor Mayrhofer zusammenarbeiten. Ziel ist ein Konzert im Rahmen der Klangspuren, bei dem Mayerhofers „recycling concerto“ zur österreichischen Erstaufführung kommen soll. Die Klangspuren finden heuer von 8. bis 25. September in Innsbruck und Schwaz statt. (jole)

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