Innsbruck-Land

Gleissperren für neue „Zugbrücke“ in Kematen und Unterperfuss

Die alte Melachbrücke, Jahrgang 1964, wird ersetzt – das hat massive Auswirkungen auf den Zugverkehr.
© ÖBB

Rund 7,6 Mio. Euro fließen in den Austausch der Melachbrücke und Maßnahmen für den Radverkehr. Die Arbeiten wirbeln die Zugfahrpläne durcheinander.

Kematen, Unterperfuss – Es ist ein aufwändiges, technisch spektakuläres Vorhaben: Die bald 60 Jahre alte Eisenbahnbrücke über die Melach im Gemeindegebiet von Kematen und Unterperfuss muss abgetragen und erneuert werden. Nahe der Brücke entsteht eine ganz neue Radwegunterführung. Richtung Osten erneuern die ÖBB eine weitere, bestehende Unterführung. Die Kosten hierfür (1,8 Mio.) und die neue Brücke (3,5 Mio. Euro) trägt die ÖBB Infrastruktur AG, jene für die neue Radwegunterführung sowie für die Rampen bei der bestehenden (ca. 2,3 Mio. Euro) stemmt die Gemeinde Kematen mit Unterstützung des Landes.

Um die Tragwerke der neuen Brücke und Unterführung einzuschieben bzw. -heben, kommt es zu Gleissperren: Ein 5,5 km langer Abschnitt zwischen Völs und Zirl wird jeweils eingleisig geführt, wobei gleich Instandhaltungsarbeiten mitgemacht werden, wie Christian Wieser, Regionalleiter der ÖBB Infrastruktur AG, ausführt.

René Zumtobel, Regionalmanager für den ÖBB Personenverkehr, vergleicht die gravierenden Auswirkungen auf den Zugverkehr mit jenen einer Engstelle auf der Straße:

In Phase 1 (27. Februar, 20 Uhr bis 13. März, 22.30 Uhr) werden bei der S-Bahn (S4) von Innsbruck bis Telfs-Pfaffenhofen 29 Züge täglich im Schienenersatzverkehr mit Bussen geführt. Auf der REX-Linie 1 (Innsbruck–Landeck) ändern sich die Abfahrtszeiten stark (um 30 Minuten vorverlegt), einzelne REX und S-Bahn-Züge fallen ganz aus.

Da viele Kunden statt auf Busse eher auf andere Züge umsteigen werden, stocken die ÖBB die S5 zwischen Innsbruck und Ötztal um 800 Plätze täglich auf. Danach sind für eine Woche beide Gleise befahrbar, die Züge verkehren nach normalem Fahrplan. Von 19.3., 20 Uhr, bis 3.4., 22.30 Uhr, wird dann das zweite Gleis gesperrt: Alle Auswirkungen von Phase 1 greifen auch hier, zudem gibt es ab 20. März 14 Tage lang keine Railjet-Halte im Bahnhof Ötztal.

In den Online-Fahrplänen sind sämtliche Änderungen schon eingepflegt, überdies werden die ÖBB vor Ort und im Zug mittels eigenem Fahrplan-Folder und persönlich informieren. Bahnkunden sollten sich jedenfalls früh genug schlaumachen – auch weil sich die Ersatz-Bushalte oft nicht an den Bahnhöfen befinden und bei Zügen teils die Bahnsteige wechseln. (md)

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