Olympia 2022

Schließt sich der Kreis? Medaille wäre für Egle die Krönung

Madeleine Egle will ein Olympia-Glanzlicht setzen.
© DANIEL MIHAILESCU

Mit einem Sieg beim Testevent in Yanqing eröffnete Madeleine Egle die Olympiasaison. Am Dienstag soll dort die Erfolgsgeschichte der Rinnerin um ein Kapitel erweitert werden.

Yanqing – Eine Olympiamedaille wäre für Rodlerin Madeleine Egle die Krönung ihrer Erfolgssaison, die sie mit dem Sieg beim Testevent im November 2021 in Yanqing eingeläutet hat. Freilich war der Eisaufbau in der Olympiabahn damals anders und die Temperaturen des Eises und der Luft wärmer, zuzutrauen ist der Tirolerin dennoch viel. Aber auch Lisa Schulte und Hannah Prock zeigten im Training für den Frauen-Einsitzerbewerb bei den Winterspielen in China auf.

Los geht es mit dem ersten Lauf am Montag um 12.50 Uhr MEZ, es folgt anschließend ein weiterer, ehe am Dienstag die finalen zwei Durchgänge durchgeführt werden. Dieses Format gibt es nur bei Olympia. Egle sieht mit der Nacht Pause kein Problem auf sie zukommen. "Es kann vorbei sein, oder du hast noch Chancen. Aber die Einstellung muss immer Vollgas sein. Wenn es schlecht ausschaut, willst du mehr. Wenn es gut ausschaut, musst du angreifen, sonst gewinnst eh auch nichts."

Das Format mache das Rennen aber zusätzlich spannend. "Im Training ist es extrem selten, dass du vier konstante Läufe hast. Es wird nicht perfekt sein, aber du musst das Beste daraus machen und die wenigsten Fehler." Zum Rodeln kam sie übrigens durch Zufall, was komisch klingt, da sie die Großnichte der dreifachen Olympiateilnehmerin Angelika Schafferer ist. "Bis ich 16 war, habe ich gar nicht gewusst, das sie gerodelt ist", sagte Vize-Europameisterin Egle.

Startnummern zwei, zehn und zwölf für ÖRV-Trio

Die Leistungen im Winter gaben der Olympianeunten von vor vier Jahren viel Selbstvertrauen. "Ich glaube, dass es für mich auf jeder Bahn möglich ist, auf das Podest zu kommen." Der Olympia-Eiskanal in Yanqing ist technisch sehr anspruchsvoll, auch spürt man den Wind deutlich, der hier scheinbar immer weht. Das hat auch die Wirtschaftsstudentin ("Ich mache nebenbei für den Kopf etwas, man braucht auch mal Abstand zum Rodeln") festgestellt.

Fünf Saisonsiege hat Egle eingefahren, dazu wurde sie Gesamtweltcupzweite hinter der Deutschen Julia Taubitz. Diese sowie deren Landsfrauen Natalie Geisenberger, Olympiasiegerin 2014 und 2018 und auch 2022 Topfavoritin, und Anna Berreiter kommen mit der Bahn ebenfalls gut zurecht, aber auch die Russinnen beispielsweise. Geisenberger eröffnet den Medaillenkampf, Egle kommt mit Nummer zwei, Schulte mit zehn und Prock mit zwölf. (APA)

Verwandte Themen