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Peng Shuai bestritt sexuelle Nötigung und beendete Karriere

In einem Interview mit der L'Equipe sprach die chinesische Tennisspielerin in Bezug auf die Causa von einem "großen Missverständnis". Der Inhalt eines Gesprächs mit IOC-Präsident Thomas Bach in Peking wurde nicht veröffentlicht.

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Peng Shuai kehrt laut eigenen Angaben nicht mehr auf den Court zurück.
© PAUL CROCK

Peking – Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai hat bestritten, den ehemaligen Vizepremier Zhang Gaoli der sexuellen Nötigung beschuldigt zu haben. In einem am Sonntagabend veröffentlichten Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe gab die 36-Jährige an, dass sie nie jemanden eines sexuellen Übergriffs beschuldigt habe und dass sie selbst ihren Social-Media-Beitrag vom November, der eine solche Behauptung zu enthalten schien, gelöscht habe.

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Gleichzeitig gab Peng ihren Rückzug aus dem Profitennis bekannt. Es sei unwahrscheinlich, dass sie aufgrund ihres Alters und der langen Trainingspause noch einmal antrete, wurde sie in einem in Peking gegebenen Interview zitiert. Ihre letzten Partien im Einzel und Doppel bestritt Peng im Februar 2020 beim Turnier in Katar.

Die ehemalige Weltranglistenerste im Doppel hatte am 2. November über die chinesische Plattform Weibo erklärt, Zhang habe sie zum Sex gezwungen. Danach verschwand Peng zunächst von der Bildfläche. Sportler, Politiker und Menschenrechtler machten sich Sorgen um ihr Wohlergehen. Am 21. November wurde dann ein virtuelles Gespräch der Tennisspielerin mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, veröffentlicht, in dem sie angab, dass es ihr gut gehe und sie sich in Sicherheit befinde.

Alles nur ein "großes Missverständnis"

"Ich habe nie behauptet, dass mich jemand in irgendeiner Weise sexuell belästigt hat", sagte Peng gegenüber L'Equipe. Auf die Frage, warum der Beitrag verschwunden sei, antwortete sie: "Ich habe ihn gelöscht." Auf die Frage, warum sie ihn gelöscht habe, meinte Peng: "Warum? Weil ich es wollte." Die Mails, die sie an die Spielerinnenorganisation WTA geschickt hat, seien ebenfalls von ihr selber verfasst worden, sagte sie. Sie sprach auch von einem "großen Missverständnis" nach ihrem Beitrag. "Ich möchte nicht, dass die Bedeutung dieses Beitrags weiter verdreht wird. Und ich möchte keinen weiteren Medienrummel darum."

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Der Fall Peng Shuai beschäftigte in den letzten Wochen und Monaten auch die Tennis-Fans.
© MARTIN KEEP

Auf die Frage nach ihrem Leben seit November erklärte Peng, dass es "so ist, wie es sein sollte: nichts Besonderes...". Sie sei nie verschwunden gewesen. Es sei ihr aber unmöglich gewesen, auf so viele Nachrichten zu antworten. "Aber mit meinen engen Freunden bin ich immer in engem Kontakt geblieben, ich habe mit ihnen diskutiert, ihre E-Mails beantwortet, auch mit der WTA gesprochen", so die Chinesin, die beim Interview "in guter Verfassung erschien", wie die zwei Journalisten, die das Gespräch führten, berichteten.

Am Samstag hatte sich Peng innerhalb der Olympia-"Blase" erneut mit Bach zu einem Abendessen getroffen. Das IOC bestätigte am Montag das Treffen in einem Hotel in Peking. Peng kündigte demnach einen Besuch am IOC-Sitz in Lausanne an. Sie wolle nach Europa reisen, wenn es die Corona-Pandemie wieder möglich mache. Die frühere Athletensprecherin Kirsty Coventry und Peng hätten vereinbart, in Kontakt zu bleiben, schrieb das IOC und betonte, dass über weitere Inhalte des Gesprächs zwischen den drei Beteiligten Vertraulichkeit vereinbart worden sei.

Während der Winterspiele werde Peng außerdem Wettkämpfe besuchen, hieß es. Schon am Samstag sei sie beim Curling gewesen. (APA, dpa)


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